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Kaffee
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Kaffee ist ein schwarzes, koffeinhaltiges Heißgetränk, das
aus gerösteten (Röstkaffee) und gemahlenen Kaffeebohnen hergestellt
wird. Röst- und Mahlgrad variieren je nach Zubereitungsart. Kaffee
enthält das Vitamin Niacin. Die Bezeichnung Bohnenkaffee bedeutet
nicht, dass der Kaffee noch ungemahlen ist, sondern dient der Unterscheidung
von Ersatzkaffee (aus Zichorien, Gerstenmalz usw.).
Die Kaffeebohnen werden aus Steinfrüchten verschiedener Pflanzenarten
aus der Familie der Rubiaceae gewonnen. Die beiden wichtigsten Arten der
Kaffeepflanze sind Coffea arabica (Arabica-Kaffee) und Coffea canephora
(Robusta) mit vielen Sorten/Varietäten. Je nach Art der Kaffeepflanze,
Sorte der Kaffeebohne und Anbauort gibt es unterschiedliche Qualitätsstufen.
So gilt Kaffee aus Robusta-Bohnen als minderwertig gegenüber dem
aus reinem Arabica.
Kaffee wird heute in über 50 Ländern weltweit angebaut.
Geschichte
Ursprungslegende und Entdeckung
Nach einer 1671 von Antonius Faustus Naironus in seinem Buch De saluberrima
potione cahve zu Papier gebrachten Legende soll einst Hirten aus Kaffa
aufgefallen sein, dass ein Teil der Ziegenherde, der von einem Strauch
mit weißen Blüten und roten Früchten gefressen hatte,
bis in die Nacht hinein munter umhersprang, während die anderen Tiere
müde waren. Die Hirten beklagten sich darüber bei Mönchen
des nahe gelegenen Klosters. Als ein abessinischer Hirte selbst (oft zu
lesender Name: Kaldi) die Früchte des Strauchs versuchte, stellte
er auch bei sich eine belebende Wirkung fest. Bei Nachforschungen der
Mönche an der Grasungsstelle entdeckten sie dort einige dunkelgrüne
Pflanzen mit kirschenartigen Früchten. Sie bereiteten daraus einen
Aufguss und konnten fortan bis tief in die Nacht hinein wach bleiben,
beten und miteinander reden. Andere Quellen besagen, der Hirte habe die
im rohen Zustand ungenießbaren Früchte angewidert ins Feuer
gespuckt, woraufhin Düfte freigesetzt wurden; so entstand die Idee
des Röstens.
Es wird angenommen, dass die Provinz Kaffa in Äthiopien das Ursprungsland
des Kaffees ist. Dort wurde er bereits im 9. Jahrhundert erwähnt.
Von Äthiopien gelangte der Kaffee vermutlich im 14. Jahrhundert durch
Sklavenhändler nach Arabien. Geröstet und getrunken wurde er
aber dort wahrscheinlich erst ab Mitte des 15. Jahrhunderts. Der Kaffeeanbau
brachte Arabien eine Monopolrolle ein. Handelszentrum war die Hafenstadt
Mocha, auch Mokka genannt, das heutige Al Mukha im Jemen.
Die äthiopische Zubereitungsart bzw. Kaffeetradition ist wohl die
ursprünglichste: Nach dem Rösten der Bohnen in einer großen
Eisenpfanne werden diese grob gemahlen oder im Mörser zerstampft.
Das Mahlgut wird mit Wasser und Zucker in der sog. Jabana (einem bauchigen
Tonkrug ähnlich einer Karaffe) aufgekocht und in kleinen Schalen
serviert.
Verbreitung
Mit dem Aufstieg des osmanischen Reiches wurde das Getränk immer
beliebter. Das erste Café entstand in Persien. In öffentlichen
Kaffeehäusern traf man sich in Kleinasien, Syrien und Ägypten
zum Genuss des Getränks.
Der Augsburger Arzt Leonhard Rauwolf lernte schon 1573 in Aleppo den
Genuss von Kaffee kennen und berichtete 1582 darüber. Weitere Nachrichten
über den Kaffee gelangten durch Prospero Alpino 1592 nach Italien.
Die ersten Cafés in Europa
In Istanbul soll Kaffee 1517 erstmals aufgetaucht sein (durch Sultan
Selim nach der Eroberung von Ägypten); jedenfalls wurde dort 1554
nach heftiger Opposition von islamischem Klerus und Staat
das erste europäische Kaffeehaus eröffnet.
1645 verfügte Venedig, 1650 Oxford und 1652 London über eine
solche Einrichtung. In Frankreich entstanden um 1659 erste Kaffeehäuser
in Marseille. Paris folgte 1672, nachdem ein Armenier in St. Germain eine
Kaffeebude aufgeschlagen hatte. Das erste eigentliche Pariser Café
war jedoch das Café Procope, das erst um 1689 von dem Sizilianer
Francesco Procopio de' Coltelli eröffnet wurde.
Das erste Wiener Kaffeehaus eröffnete bereits 1683, nachdem im Kampf
gegen die Türken 500 Sack Kaffee erbeutet worden waren (Gründung
durch Georg Franz Kolschitzky, einen Polen, der in türkische Gefangenschaft
geraten war). Nach Deutschland gelangte der Kaffee offenbar schon früher
über Frankreich, er wurde erstmals 1673 in Bremen ausgeschenkt. Hier
entstand dann 1697 das Bremer Kaffeehaus im Haus Schütting. 1675
kannte man Kaffee bereits am Hofe des Großen Kurfürsten in
Berlin, doch wurde hier erst 1721 das erste Kaffeehaus errichtet. In Hamburg
entstand 1679 ein Kaffeehaus, das von einem Engländer gegründet
wurde, in Regensburg 1686, in Leipzig 1694.
Im 17. Jahrhundert wurde die Kaffeepflanze in holländische Kolonien
wie Java verbreitet und sicherte Holland eine Vormachtstellung im Handel.
Schnell breitete sich der Kaffeekonsum in immer weitere Gesellschaftskreise
aus. Der Kaffeeimport und seine Regulierung erhielten insbesondere im
merkantilistischen Wirtschaftssystem große Bedeutung. So verbot
Friedrich der Große 1766 die private Einfuhr und den privaten Handel
mit Kaffee. Lediglich der preußische Staat durfte mit Kaffee handeln.
Dadurch sollte der Abfluss von Kapital ins Ausland unterbunden und die
Staatskasse gefüllt werden. Das Verbot zog aber vor allem einen umfassenden
Schmuggel mit Kaffeebohnen nach sich. 1781 wurde in Preußen auch
das Rösten von Kaffee für Privatleute verboten. Zur Überwachung
des Verbots wurden so genannte Kaffeeriecher, ehemalige französische
Soldaten, eingestellt. 1787 wurde das staatliche Kaffeemonopol in Preußen
wieder abgeschafft, weil sich die Kontrollen als ineffektiv erwiesen und
der Schaden durch Schmuggel anstieg.
Anbau
Waren die Kaffeepflanzen zunächst nur in Afrika und Arabien verbreitet,
so kam man bald auf die Idee, sie in anderen geeigneten Regionen zu kultivieren.
Die erste Anpflanzung außerhalb Afrikas und Arabiens geschah durch
van Hoorn, der als Gouverneur von Niederländisch-Ostindien 1690 (nach
anderen Quellen bereits 1658) in Ceylon und 1696 (oder 1699) auf Java
erste Versuche anstellen ließ. Die dort verwendeten Pflanzen stammten
aus Arabien. Von diesen Plantagen gelangten 1710 mehrere Exemplare nach
Europa und wurden hier in verschiedenen botanischen Gärten kultiviert,
z. B. in Amsterdam, wo erstmals ein Kaffeestrauch auf europäischem
Boden gezogen wurde.
1718 brachten die Holländer den Kaffee nach Surinam, die Franzosen
1725 nach Cayenne, 1720/1723 nach Martinique, 1730 nach Guadeloupe und
durch die Portugiesen gelangten 1727 die ersten Kaffeepflanzen nach Brasilien
und bereits gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehörte der Kaffee zu
den verbreitetsten Kulturpflanzen in den Tropen. Dies ist auch auf die
Ausbreitung der europäischen Kolonien zurückzuführen, ohne
die die heutige weltweite Verbreitung des Kaffees nicht zu verstehen ist.
Dies hatte auch Schattenseiten: So wurden auf den lateinamerikanischen
und karibischen Kaffeeplantagen bis zur allmählichen Abschaffung
von Sklaverei und Sklavenhandel afrikanische Sklaven ausgebeutet. Die
Lebensbedingungen der Kaffeepflanzer in Niederländisch-Ostindien
beschreibt der niederländische Autor Eduard Douwes Dekker in seinem
Werk Max Havelaar.
Genuss
Der Kaffee war ursprünglich sehr teuer, deshalb konnten sich nur
gutsituierte Bürger und Aristokraten das aromatische Getränk
leisten. Früh wurde auch Kritik am Kaffeekonsum laut. In der weltlichen
Kaffeekantate von Johann Sebastian Bach (Textgrundlage von Picander) wird
dieser Kritik mit Humor begegnet.
Honoré de Balzac trank stets sehr viel starken Kaffee, um wach
zu bleiben; er arbeitete meistens zwölf Stunden am Tag. Ludwig van
Beethoven hatte es sich angewöhnt, genau 60 Kaffeebohnen abzuzählen,
um daraus eine Tasse Mokka zu brauen.
Von Johann Wolfgang von Goethe stammte die Idee, man solle die Bohnen
destillieren. Beim Umsetzen des Gedankens entdeckte der Chemiker Friedlieb
Ferdinand Runge das Koffein.
Der teure und seltene Kaffee wurde von ärmeren Bevölkerungsschichten
und in Krisenzeiten durch Ersatzprodukte wie Muckefuck, Malzkaffee oder
Zichorie ersetzt. Der heute wenig verbreitete Ausdruck echter Bohnenkaffee
entstand zur Abgrenzung gegenüber den ebenfalls als Kaffee bezeichneten
Ersatzprodukten.
In einigen Ländern hat sich der nachmittägliche Genuss von
Kaffee als eigene Mahlzeit Kaffee etabliert.
Produktion
Kaffeepflanzen
Die Kaffeepflanzen gehören zur botanischen Gattung Coffea aus der
Familie Rubiaceae, und zwar werden die aus Afrika stammenden Arten C.
arabica (Arabica-Kaffee), und C. canephora (Robusta-Kaffee) verwendet,
in geringem Maß auch die Arten C. liberica und C. excelsa. Es sind
bis 4 m hoch werdende Sträucher (in den Plantagen auf geringere Höhe
zurückgeschnitten) mit weißen Blüten. Die Früchte
sind bei C. arabica 6 bis 8 Monate nach der Befruchtung reif, bei C. robusta
9 bis 11 Monate danach. Es bilden sich Steinfrüchte, die ihre Farbe
bei der Reifung von grün über gelb nach rot wechseln und zwei
Samen, die Kaffeebohnen, enthalten. Die Kaffeebohnen sind in der Frucht
von einem sogenannten Silberhäutchen und darum von einem sogenannten
Pergamenthäutchen umgeben. Erste Erträge liefern 3 bis 4 Jahre
alte Sträucher, ab einem Alter von etwa 20 Jahren geht der Ertrag
je Strauch zurück.
Arten bzw.Sorten
* Arabica-Kaffee hat einen Weltmarktanteil von ungefähr 60 % des
produzierten Kaffees. Diese Bohnensorte, die nur die Hälfte des Koffeins
im Vergleich zur Robusta-Bohne enthält, ist vor allem wegen ihres
Aromas beliebt und berühmt geworden.
* Robusta hat ca. 36 % Anteil an der Weltproduktion. Optisch unterscheidet
sich diese Bohnensorte durch einen geraden Einschnitt in der Bohne von
der Arabica mit gewelltem Einschnitt. Von den Farmern wird diese Sorte
vor allem wegen ihrer Widerstandsfähigkeit und ihrer kürzeren
Reifungszeit (gegenüber der Arabica) geschätzt.
* Excelsa gilt als Bohnenrarität, wurde 1904 am Tschadsee gefunden.
Hat von allen Bohnensorten den kräftigsten Wuchs. Vor allem die Fähigkeit,
auf trockenerem Boden gut zu gedeihen und auch in regenarmen Jahren einen
befriedigenden Ertrag zu erwirtschaften, zeichnet sie aus. Dennoch nur
ca. 1 % Anteil an der Weltproduktion.
* Stenophylla Die besonders kleinblättrige Pflanze aus Westafrika
(Guinea und Sierra Leone) kann in bis zu 700 m Seehöhe angepflanzt
werden. In Sierra Leone wird mit dieser Sorte der bekannte Highland
Coffee hergestellt. Die Bohnen sind rund und groß, die Früchte
werden bei der Reifung schwarz.
* Maragogype Eine Mutation aus der Arabica-Bohne oder nach anderer Theorie
eine Kreuzung aus Arabica- und Liberica-Bohne. Die Bohnen sind um ein
Drittel größer als die üblichen Kaffeebohnen. Die Sorte
wird hauptsächlich in Mexiko und Nicaragua angebaut. Die Sorte gedeiht
am besten in Höhenlagen von 400 m bis 1.200 m. Trotz ihrer Größe
ist der Ernteertrag in der Regel niedriger als bei anderen Kaffeesorten.
* Als seltenste und teuerste Kaffeesorte der Welt gilt der indonesische
Kopi Luwak: Schleichkatzen fressen Kaffeekirschen und scheiden Bohnen
aus, deren Geschmackseigenschaften sich durch Fermentation im Darm der
Tiere verändert haben.
Anbau
Kaffee-Sträucher (bzw. Bäume) benötigen ein ausgeglichenes
Klima ohne Temperaturextreme, ohne zu viel Sonnenschein und Hitze. Die
Durchschnittstemperaturen sollen zwischen 18 und 25 °C liegen, die
Temperatur soll 30 °C nicht überschreiten und darf 13 °C
nicht häufig unterschreiten, die Pflanzen vertragen keine Temperatur
unter 0 °C. Der Wasserbedarf beträgt 250 bis 300 mm je Jahr,
weshalb die jährliche Niederschlagsmenge 1500 bis 2000 mm betragen
muss, bei unter 1000 mm/a wird bewässert, bei unter 800 mm/a wird
Kaffee nicht angebaut. Robusta-Kaffe benötigt höhere Niederschlagsmengen
als Arabica-Kaffee. Viel Wind und Sonnenschein schaden, wogegen Hecken
und Schattenbäume angepflanzt werden. Der Boden muss tiefgründig,
locker und durchlässig (gut durchlüftet), oben humos
sowie neutral bis leicht sauer sein.
Die Anbaugebiete liegen entsprechend den Ansprüchen zwischen den
Wendekreisen, bei Arabica-Kaffee in Höhen von etwa 600 bis 1200 m
ü.NN., bei Robusta-Kaffee besser zwischen 300 und 800 m ü.NN.
Hochlandkaffees (Arabica) haben eine besonders hohe Qualität.
Kaffee wird durch Samen, Stecklinge oder durch Pfropfen vermehrt, meistens
durch Samen. Die Samen (Kaffeebohnen) haben 8 Wochen nach der Fruchtreife
die höchste Keimfähigkeit, sie nimmt danach ab. Sie werden vom
Pergamenthäutchen befreit und in Keimbetten ausgesät. Die zwei
ersten Blätter des Keimlings erscheinen nach 5 bis 6 Wochen. Dann
werden die Jungpflänzchen in Behälter umgepflanzt und in Pflanzschulbeeten
weiter kultiviert. Im Alter von 8 Monaten werden sie in die Plantage gepflanzt,
je nach Sorte in Abständen von 1 bis 4 m. Sie werden beim weiteren
Wachstum in der Höhe beschnitten, je nach Bedarf auf 1,5 bis 3 m.
Im Alter von 3 bis 5 Jahren ist der Ertrag optimal und bleibt 10 bis 20
Jahre maximal, danach sinkt er.
Ernte
Einmal im Jahr wird geerntet, in einigen Anbaugebieten auch zweimal.
Nördlich des Äquators liegt die Ernte in der Zeit von September
bis Dezember, südlich des Äquators in der Zeit von April bis
August. In der Nähe des Äquators kann die Ernte in allen Jahreszeiten
sein. Die Ernte dauert bis zu 10 oder sogar 12 Wochen, weil die Früchte
auch am selben Strauch unterschiedlich lange für die Reifung benötigen.
Wird mit der Hand so gepflückt, so dass nur die jeweils reifen Früchte
geerntet werden, erzielt man bessere Qualität. Besonders Arabica-Kaffee
wird selektiv handgepflückt, mittels der sogenannten "Picking-Methode".
Geringere Qualität muss in Kauf genommen werden, wenn jeweils alle
Früchte unabhängig von ihrem Reifegrad mit der Hand oder mit
Maschinen abgestreift werden (Stripping-Methode), um Arbeit zu sparen.
Nachsortieren verbessert jedoch dabei die Qualität. Strip-Ernte wird
bei Robusta-Kaffee angewendet und bei Arabica-Kaffee in Brasilien und
Äthiopien, der danach trocken aufbereitet wird (siehe Aufbereitung).
Auf großen Plantagen in Brasilien werden Erntemaschinen angewendet.
Der Rohkaffee-Ertrag beträgt im Weltdurchschnitt etwa 680 kg/ha,
in Angola 33 kg/ha in Costa Rica 1620 kg/ha, neue Plantagen in Brasilien
ergeben 4200 kg/ha. Um 1 Sack mit 60 kg Rohkaffee zu erhalten, ist die
Ernte von 100 gut tragenden Arabica-Bäumen erforderlich.
Aufbereitung
Bei der Aufbereitung werden zur Gewinnung von Rohkaffee die Fruchthaut,
das Fruchtfleich (auch Pulpe genannt), der auf dem Pergamenthäutchen
befindliche Schleim, das Pergamenthäutchen und - soweit möglich
auch das Silberhäutchen entfernt. Das kann auf trockenem Weg
wie auch auf nassem Weg erreicht werden. Robusta-Kaffee sowie brasilianischer
und äthiopischer Arabica-Kaffee werden trocken aufbereitet, in den
übrigen Gebieten erzeugter Arabica-Kaffee wird nass aufbereitet.
Die Nassaufbereitung ergibt Kaffee höherer Qualität.
Trockenaufbereitung
Bei der Trockenaufbereitung werden die etwa 50 bis 60 % Wasser enthaltenden
Kaffeefrüchte (Kaffeekirschen) ausgebreitet und ab und
zu gewendet bis sie zu einem Wassergehalt von etwa 12 % getrocknet sind.
Das dauert etwa 3 bis 5 Wochen. Danach werden die trockene Fruchthaut
und das trockene Fruchtfleisch mechanisch abgeschält.
Nassaufbereitung
Mit der Nassaufbereitung wird möglichst innerhalb von 12 Stunden,
spätestens 24 Stunden nach der Ernte begonnen. Zunächst wird
mit Wasser vorgereinigt (Hand oder Maschine) und durch Schwemmen vorsortiert.
Dann wird in einem Entpulper die Fruchthaut und die Pulpe
abgequetscht, das Pergamenthäutchen und daran anhaftender Schleim
bleiben an den Kaffeebohnen. Durch einen Schwemmkanal und durch Siebe
werden die Bohnen in Fermentationsbehälter transportiert. Dort findet
eine Gärung (Fermentation) statt, wobei der Schleim verflüssigt
und damit abwaschbar wird. Nach 12 bis 36 Stunden Fermentation werden
die Bohnen gewaschen und dann zum Trocknen (Sonne, Luft, erforderlichenfalls
Heissluft) ausgebreitet und bis zu einem Wassergehalt von etwa 12 % getrocknet.
Für die Nassaufbereitung werden je Kilogramm marktfertigen Rohkaffee
130 bis 150 Liter Wasser benötigt.
Halbtrockene Aufbereitung
Um bei Wasserknappheit Wasser zu sparen und doch eine höhere Qualität
als bei der Trockenaufbereitung zu erzielen, wird eine sogenannte halbtrockene
Aufbereitung angewendet: Nach dem Waschen wird das Fruchtfleisch weitgehend
abgequetscht, dann aber wird nicht fermentiert, sondern gleich getrocknet.
Danach werden wie bei der Trockenaufbereitung die trockene Fruchthaut
und das trockene Fruchtfleisch von den Kaffeebohnen abgeschält.
Entfernen des Pergamenthäutchens
Nach der Aufbereitung sind die Kaffebohnen noch vom Pergamenthäutchen
umgeben, sogenannter Pergamentkaffee. Durch Schälen wird
das Pergamenthäutchen und soweit möglich auch das Silberhäutchen
entfernt.
Reinigen, Sortieren
In einer Schlussbehandlung werden noch enthaltene Verunreinigungen abgetrennt
und die Bohnen bei hochwertigen Kaffees mit der Hand verlesen,
das bedeutet nach Größe und Qualität sortiert. Das ergibt
den marktfertigen Rohkaffee.
Wirtschaftliche Bedeutung
Nach Erdöl ist Kaffee weltweit das zweitwichtigste Handelsprodukt.
Weltproduktion 2005
10 Staaten produzieren 78,4 % der weltweiten Ernte von Kaffeebohnen
Brasilien war der größte Kaffeeproduzent der Welt mit 2,179
Mio. Tonnen grünen Kaffeebohnen, was ca. 28,2 Prozent der Welternte
ausmachte, die 2005 bei 7,72 Mio. Tonnen pro Jahr lag, allerdings wird
über ein Drittel der brasilianischen Ernte im größten
südamerikanischen Land selbst konsumiert. In den letzten 30 Jahre
erhöhten besonders Vietnam, Indien und Honduras ihre Ernteerträge,
dagegen nahm die Produktion in der Elfenbeinküste und Angola ab.
Die zehn größten Kaffeeproduzenten 2005 Land Tonnen Kaffee
Brasilien 2.179.270
Vietnam 990.000
Indonesien 762.006
Kolumbien 682.580
Mexiko 310.861
Indien 275.400
Äthiopien 260.000
Guatemala 216.600
Honduras 190.640
Uganda 186.000
(Quelle: FAOSTAT 2006, siehe Weblinks)
Von der Art Arabica-Kaffee (Coffea arabica) existierten 2005 ca. zehn
Milliarden, von der Art Robusta (Coffea canephora) ca. vier Milliarden
Pflanzen. Zusammen liefern diese beiden Arten 98 % des weltweit erzeugten
Rohkaffees. Robusta-Kaffee stammt meist aus Westafrika, Uganda, Indonesien
und Vietnam, aber auch aus Brasilien und Indien. Arabica-Kaffee wird vor
allem in den Ländern Lateinamerikas, in Ostafrika, Indien und Papua-Neuguinea
angebaut. [1]
Die bedeutendsten Abnehmerländer sind weltweit die USA, Deutschland,
Frankreich, Japan und Italien.
Handel
Die Kaffeeindustrie in Deutschland ist ein Oligopol: sechs Anbieter (Tchibo,
Aldi u. a.) teilen sich 85 % des Marktes. Die deutschen Großröstereien
konzentrieren sich dabei im Hamburger Raum. Der Hamburger Hafen ist nicht
nur für Deutschland, sondern sogar weltweit der größte
Umschlagplatz für Rohkaffee.
Zusammensetzung des Kaffeepreises 44,9% Steuern, Zölle, Frachtkosten
23,7% Einzelhandel 17,8% Händler und Röster 8,5% Plantagenbesitzer
5,1% Löhne der Arbeiter
Zusammensetzung des Kaffeepreises
44,9% Steuern, Zölle, Frachtkosten
23,7% Einzelhandel
17,8% Händler und Röster
8,5% Plantagenbesitzer
5,1% Löhne der Arbeiter
Durch den Preisverfall auf dem Kaffeemarkt, an dem vor allem auch das
genannte Oligopol maßgeblichen Anteil hatte, war 2001 der Preis
für Kaffee auf ein Niveau gesunken, das in den zuvorgehenden 50 Jahren
noch nie unterboten worden war: Im Jahresdurchschnitt mussten 2001 für
500 g Kaffee lediglich 3,28 Euro bezahlt werden. Für Kaffeeproduzenten
auf der ganzen Welt hatte diese Kaffeekrise weitreichende
Folgen.
Beginnend mit Ende 2001 ging der Kaffeepreis wieder in einen leichten
Aufwärtstrend über. Seit Ende 2004 nun steigen die Kaffeepreise
wieder stärker an. So wurde im internationalen Handel gemäß
den Monatsmitteln des Composite Index des Kaffeeexporteurverbandes International
Coffee Organization nach Kaffeepreisen von in der Regel weit über
100 US Cent pro Pfund (lb) in den 70er, 80er und Mitt-90er Jahren im September
2001 ein Tief von nur 41,17 US Cent pro Pfund gemessen; die zwölf
Monatsmittel des Jahres 2005 erholten sich dagegen immerhin wieder auf
Werte zwischen 78,79 (September) und 101,44 (März) US Cent pro Pfund.
Neben dem gestiegenen Konsum, der zu einem ausgeglichenen Markt führte,
trugen zu dem Anstieg seit Ende 2004 Hedge-Fonds und andere spekulative
Anleger bei, die an Waren- bzw. Kaffeebörsen den Preis nach oben
treiben. So hat die Anzahl der gehandelten und auch der ausstehenden Warenterminkontrakte
deutlich zugenommen.
Traditionell bleibt im Anbauland selbst der geringste Anteil des vom
Endverbraucher gezahlten Preises und davon wiederum nur ein kleiner Teil
bei den Arbeitern und Bauern hängen. Im Fairen Handel, als dessen
klassisches Produkt Kaffee gilt, wird versucht, diese schwierige wirtschaftliche
Lage der Produzenten im gesamten Handelsprozess zu berücksichtigen
und faire Bedingungen zu schaffen.
Dies führte bisher zwar zu einer anderen Verteilung in der Wertschöpfungskette,
doch auch zu insgesamt höheren Preisen für den Verbraucher von
seit Jahren stabil rund fünf Euro. Durch die aktuelle Preisentwicklung
wird dieser bisher teurere Kaffee mit einem bisherigen Marktanteil
in Deutschland von unter einem Prozent nun konkurrenzfähig
und bei weiter steigenden Preisen sogar deutlich günstiger als der
traditionell gehandelte.
Ähnlich wie z.B. bei Öl und Benzin machen Zölle und Steuern
(Kaffee- und Mehrwertsteuer) einen großen Teil des Preises aus.
Dadurch ist das Umverteilungspotential recht beschränkt.
Verbrauch
Den größten Kaffeekonsum der Welt haben die Finnen. Jeder
Einwohner Finnlands konsumierte 1998 11,3 kg (2004 11,6 kg) Kaffee, was
insgesamt 1737 Tassen pro Jahr beziehungsweise 5 Tassen pro Tag und Person
entspricht.
Den größten Gesamtverbrauch haben die USA, 1998 betrug er
schätzungsweise 1.148.000 t (Finnland: 58.000 t). Umgerechnet auf
den einzelnen Bewohner der USA, entsprechen diese Zahlen 4,2 kg bzw. 646
Tassen pro Jahr (1,8 pro Tag).
Im Durchschnitt trinkt jeder Deutsche 4 Tassen Kaffee am Tag, das entspricht
160 Liter bzw. 6,7 Kilo pro Jahr. Damit ist Kaffee noch vor Bier das beliebteste
Getränk der Deutschen.
In Deutschland unterliegen Kaffee und kaffeehaltige Waren einer zusätzlichen
Verbrauchsteuer, der Kaffeesteuer. Die jährlichen Einnahmen aus dieser
Steuer belaufen sich auf rund 1 Mrd. Euro.
Zubereitung und Konsum
Die Zubereitungsart von Kaffee ändert sich je nach Kultur, nationalen
Gepflogenheiten oder persönlichem Geschmack. Grundsätzlich können
fünf Zubereitungsarten unterschieden werden:
* Beim in Deutschland und den USA weit verbreiteten Filterkaffee wird
siedendes Wasser durch das in einer Filtertüte befindliche Kaffeepulver
gefiltert. Dieses Verfahren wurde 1908 von Melitta Bentz erfunden.
* Eine Unterart des 'Filterkaffees' ist die Schwallmethode. Anders als
bei einer üblichen Maschinenzubereitung wird das kochende Wasser
hier nicht tröpfchenweise in den Filter gegeben, sondern mittels
eines Wasserkessels der Filter mit einem Wasserschwall ein- oder auch
mehrfach vollgeschüttet. Wissenschaftlich nachweisbar führt
dies zu einer geringeren Ausprägung von Bitterstoffen im Geschmack
des Kaffees, da Kaffeemehl und Wasser besser miteinander in Kontakt kommen.
Früher bis zum Aufkommen der Maschinen eine übliche Zubereitung,
doch seit Aufkommen der Maschinen aus Bequemlichkeit durch diese zurückgedrängt.
* Unter anderem in Italien wird Espresso getrunken, bei dem Wasser unter
hohem Druck (915 bar) durch den feingemahlenen Kaffee geleitet wird
(Extraktion) und dabei einen Schaum aus Kaffeeölen bildet, die Crema.
* Bei der Zubereitung von Türkischem Kaffee (Türkei, Balkanländer,
in Griechenland oder in griechischen Lokalen Griechischer Kaffee) wird
der sehr fein gemahlene Kaffee mit reichlich Zucker und Wasser in einem
speziell dafür konzipierten, leicht konischen Kupferkesselchen aufgekocht,
dem sog. Ibrik oder Cezve /??zv?/ (siehe Mokka).
* Eine in Frankreich sehr beliebte Methode des Kaffeekochens wird mittels
der French Press oder Pressstempelkanne bewerkstelligt. Ähnlich wie
beim türkischen Kaffee wird dabei das Kaffeepulver direkt in das
heiße Wasser gegeben, und nach einer Weile mittels eines Metallsiebes
abgetrennt.
* Löslicher Kaffee ist ein Getränkepulver, das in heißem
Wasser aufgelöst wird und ohne weitere Zubereitungsschritte getrunken
werden kann. Löslicher Kaffee wird hergestellt, indem Kaffee nach
einer der obigen Methoden zubereitet und dem zubereiteten Kaffee dann
das Wasser wieder entzogen wird.
Auf Basis dieser fünf Grundzubereitungen gibt es heute hunderte
von Verfahren, die Kaffee verwenden. Für viele Arten der Zubereitung
gibt es spezielle Kaffeemaschinen.
Kaffee wird meistens nicht wie andere Getränke als normaler Durstlöscher
eingenommen. Kaffeetrinker erhoffen oft eine anregende Wirkung. Nach einer
Studie des an der University of Scranton tätigen US-amerikanischen
Chemikers Joe Vinson von August 2005 dient Kaffee, neben dem traditionellen
Verzehr von frischem Obst und Gemüse, als eine wichtige Quelle von
Antioxidantien. Das sind sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, die indirekt
das Krebsrisiko verringern.
Arten der Kaffeeröstung
* Helle Röstung = blasse oder Zimt-Röstung
* Mittlere Röstung = amerikanische Röstung, Frühstücksröstung
* Starke Röstung = helle französische Röstung, Wiener Röstung
* Doppelte Röstung = Continental-Röstung, französische
Röstung
* Italienische Röstung = Espresso-Röstung
* torrefacto (spanisch für geröstet) = Röstung unter Zuckerbeigabe,
vor allem in Spanien gebräuchlich. Der so geröstete Kaffee wird
dem konventionell gerösteten (tueste natural) zu 2050 % beigemischt,
das Ergebnis wird als mezcla (spanisch für Mischung) bezeichnet.
Eine mezcla 70/30 z. B. besteht aus 70 % tueste natural und 30 % café
torrefacto. Diese Röstungsart reduziert Säure und Bitterkeit
des Kaffees.
Zubereitungsarten (Auswahl)
Die Zubereitungen lassen sich in zwei Gruppen ordnen, süß
und salzig. Heute herrschen bei weitem die süßen Varianten
vor, zu denen auch die Kombinationen mit Alkoholika, Kakao und Milchprodukten
gehören. Salzige Kaffeegetränke werden heute nur selten zubereitet.
Deutschland
* Eiskaffee gekühlter Kaffee mit Vanilleeis
* Irish Coffee starker Kaffee mit Whisky, Schlagsahne und Zucker
* Milchkaffee Filterkaffee, halb Milch, halb Kaffee
* Mokka oder Türkischer Kaffee ein starker, süßer,
schwarzer (SSS) Kaffee, im Kännchen mit Kaffeesatz serviert
bietet die Gelegenheit zum anschließenden Kaffeesatzlesen. Der türkische
Kaffee wird auch in Österreich gerne zubereitet.
* Pharisäer schwarzer Kaffee mit Rum und einer Haube von Schlagsahne
überdeckt (um den Rum zu tarnen), zudem mit Schokoraspeln auf der
Sahne.
* Rüdesheimer Kaffee Kaffee mit Weinbrand flambiert, mit Schlagsahne,
Vanillezucker und Schokoladestreusel
* Schwaten oder Schwatten schwacher Kaffee mit Zucker und 2 cl
Korn pro Tasse (Norddeutsche Spezialität)
Österreich
* Almkaffee / Gebirgskaffee Kaffee mit Eidotter, Obstschnaps und
Obers
* Biedermeier mit Marillenlikör und Schlagobers
* Großer Brauner doppelter Espresso mit Milch in großer
Tasse
* Kleiner Brauner einfacher Espresso mit Milch oder Obers in kleiner
Tasse. Das Obers (Schlagsahne) bzw. die Milch, um aus dem kleinen Schwarzen
einen kleinen Braunen zu machen, sollte traditionell in einem winzigen
Porzellankännchen, das an einen etwas größeren Fingerhut
erinnert, extra am Tablett serviert werden, damit der Gast selbst das
Mischungsverhältnis bestimmen kann.Ein großer Brauner ist die
doppelte Menge.
* Doppelmokka doppelt starker Kaffee in großer Mokkaschale
* Einspänner großer Mokka im Henkelglas mit Schlagobershaube
(Schlagsahne) die Sahnehaube hielt den Kaffee bei Wartezeiten länger
warm, mit dieser verrührt, war er aber auch schnell abgekühlt
und trinkbereit, wenn eine Fuhre für die Lohnkutscher anstand
* Eiskaffee englischer Art ein Drittel Kaffee, ein Drittel Eis,
ein Drittel Obers
* Eiskaffee Wiener Art festes Kaffeeeis aus Eidottern, Sahne und
Kaffee mit Schlagobers
* Fiaker Ein großer Schwarzer im Glas mit viel Zucker und
einem Stamperl Slibowitz oder Rum (Wien)
* Franziskaner lichte Melange mit Schlagobers und Schokostreuseln
* Gespritzter Schwarzer Kaffee mit Rum oder Weinbrand
* Granita di Caffé fein gekörntes Eis mit starkem schwarzen
gezuckertem Kaffee übergossen
* Häferlkaffee Kaffee im Häferl (und nicht in einer Tasse),
Filterkaffee
* Intermezzo Kleiner Mokka, mit heißer Schokolade und Creme
de Cacao verrührt und Schlagobershaube mit Praline (evtl. Mokkabohnen)
* Kaffee Kirsch Kaffee mit Kirschwasser
* Kaffee Obermeier schwarzer Kaffee, auf den über einen Löffelrücken
eine Schicht stark gekühlter Obers aufgesetzt wird (Wien)
* Kaffee Verkehrt Kaffee mit 2/3 Milch und 1/3 Kaffee (Wien)
* Kaisermelange Mokka mit Eidotter, auch mit Honig und Cognac (Wien)
* Kapuziner schwarzer Kaffee mit einem Schuss Milch (Wien)
* Katerkaffee starker schwarzer Kaffee, der mit Zuckerstücken
gesüßt wird, die man vorher an einer Zitronenschale abgerieben
hat.
* Konsul schwarzer Kaffee mit etwas Schlagobers (Wien)
* Kosakenkaffee Kleiner Mokka im Einspännerglas, vermischt
mit Rotwein, Wodka und flüssigem Zucker
* Maria Theresia Mocca mit einem Schuss Orangenlikör
* Marghiloman Mokka mit Cognac
* Mazagran Kalter gesüßter Kaffee mit Eisstückchen
und Maraschino oder Cognac
* Melange halb Kaffee, halb Milch
* Mokka gespritzt Mokka mit Cognac und Rum
* Othello Heiße Schokolade mit Espresso
* Piccolo kleiner Schwarzer mit Schlag
* Schale(rl) Braun halb Kaffee, halb Milch
* Schale(rl) Gold Kaffee mit Milch, etwas heller als ein Brauner
(Wien)
* Großer Schwarzer (auch großer Mokka) doppelter Espresso
ohne Milch in großer Tasse
* Kleiner Schwarzer (auch kleiner Mokka) einfacher Espresso ohne
Milch in kleiner Tasse
* Separee Kaffee und Milch werden getrennt serviert (Wien)
* Sperbertürke doppelt starker, mit Würfelzucker aufgekochter
Türkischer
* Türkischer Kaffee passiert türkischer Kaffee, bei dem
der Satz wieder herauspassiert wurde
* Überstürzte Neumann Schlagobers wird auf den Boden
der leeren Schale gelagert und mit heißem Kaffee überstürzt
* Ungarischer Kaffee starker gesüßter Kaffee wird aufs
Eis gestellt, dann mit gekühltem Schlagobers vermengt und im Glas
serviert
* Verlängerter die Dosierung eines kleinen Schwarzen wird
mit der Wassermenge eines großen Schwarzen zubereitet (Wien) oder
ein mit etwa doppelter Menge Wasser zubereiteter Espresso
* Weißer mit Haut lichte Melange (heller Milchkaffee), der
mit heißer, nicht verquirlter Milch serviert wird, worauf sich eine
Haut bildet (Wien)
* Wiener Melange Melange, mit gesprudelter Milch im Glas serviert
(Wien)
* Zarenkaffee starker Espresso, auf den eine Haube aus gesprudeltem
Eidotter, vermischt mit Zucker und Eidotter aufgesetzt wird. Der Lieblingskaffee
der russischen Zaren
Schweiz
* Café crème (auch Schümli) Kaffee mit 'Crema'
* Schale Milchkaffee
* Café mélange Kaffee mit Schlagsahne, häufig
wird die Schlagsahne separat in einem Schälchen serviert
* Luzerner Kaffee, Kaffee Lu(t)z, Kaffee Träsch teefarbener,
dünner Kaffee mit reichlich Zucker und Träsch im Kaffeeglas
serviert
* Kaffee fertig Kaffee mit viel Schnaps (meistens mit Kirsch)-
ebenfalls im Glas
Frankreich
* Café au lait Variante eines stärkeren Cappucino
mit wenig Milchschaum, im deutschen Sprachgebrauch meint man jedoch meistens
die französische Variante des Milchkaffees
* Café Brulot Weinbrand oder Cognac mit Zucker flambiert
und mit Kaffee aufgegossen
* Café Crème Kaffee mit Sahne oder Milch, die durch
Dampf aufgeschäumt wird
* Café Filtre Kaffee, der mit einem aufgesetzten Filter
direkt in die Tasse filtriert wird. Weniger konzentriert als der Espresso
* Café natur Kaffee ohne Milch
* Café Royal wie Café Brulot
* Canard Kaffee mit Marc (Traubenschnaps): Ein Zuckerwürfel
wird mit Marc beträufelt und in den Mund gesteckt, der Kaffee mit
Schnaps und Sahne vermischt und über den Zuckerwürfel getrunken.
Italien
Der Caffè in Italien würde im deutschen als Espresso bezeichnet
werden (ähnlich wie in Spanien). Den deutschen Filterkaffe findet
man in Italien eher selten an.
* Caffè Latte italienische Variante des Milchkaffee, je
zur Hälfte heiße Milch und Espresso
* Caffè shakerato Espresso mit Eiswürfel im Cocktailmixer
zerkleinert und aufgeschäumt, evtl. mit Amaretto, Vanille-Aroma oder
Grappa
* Cappuccino je ein Drittel Espresso, heiße Milch und Milchschaum,
oft mit Kakaopulver und/oder Zimt bestreut
* Cappuccino con panna Cappuccino mit Schlagsahne statt aufgeschäumter
Milch
* Chocolaccino Cappuccino mit geriebener Schokolade bestreut
* Corretto Espresso mit Weinbrand, z.B. Corretto con Grappa, Corretto
con Fernet ...
* Doppio doppelter Espresso
* Espresso sehr starker Kaffee ohne Milch und Zucker, bei dem das
Wasser unter hohem Druck (9 bar) durch das sehr fein gemahlene Kaffeemehl
gepresst wird, eine Tasse hat etwa 25 ml
* Espresso Macchiato - Espresso mit ein wenig Milchschaum.
* Latte Macchiato gefleckte Milch aufgeschäumte
warme Milch mit einem vorsichtig zugegebenen Espresso Lungo wird
(in Italien) eigentlich nur zum Frühstück oder vormittags getrunken.
* Lungo Espresso, bei dem die doppelte Wassermenge verwendet wurde
* Mischio Mischung aus Kaffee und Kakao mit Schlagsahne
* Ristretto Espresso mit sehr wenig Wasser (1520 ml statt
der üblichen 25 ml)
Spanien
Ein café wird in Spanien gewöhnlich mit einer Espressomaschine
aus einer dunklen Röstung zubereitet und würde damit im deutschen
Sprachraum als Espresso bzw. Brauner bezeichnet.
* Café solo schwarz
* Cortado mit einem Schuss Milch oder Milchschaum, meistens in
Tassen, manchmal auch im Glas oder mit gesüßter Kondensmilch
(siehe auch: Cortado)
* Café con leche Milchkaffee, meistens zur Hälfte café,
zur Hälfte Milch (oft aufgeschäumt)
* Café americano Filterkaffee, manchmal auch ein mit Wasser
verlängerter Café solo
* Café con hielo Zum café wird ein Trinkglas mit
Eiswürfeln serviert, über die nach dem Zuckern der Kaffee gegeben
wird.
* Carajillo mit einem Schuss Likör, Brandy (Cognac) oder Rum.
Zubereitung: Zucker wird im Glas mit dem Alkohol verrührt, angezündet
und mit starkem Kaffee (Espresso) aufgegossen. Als Dekoration werden Kaffeebohnen
und ein Stück Zitronenschale ins Glas gegeben
* Bombón Aus der Region Castellón de la Plana
Kondensmilch (leche condensada) wird mit Espresso aufgegossen und in einem
kleinen Glas serviert, sodass die zwei Schichten erkennbar sind. Vor dem
Trinken wird umgerührt.
* Barraquito Spezialität auf der Insel Teneriffa, wird in
einem Glas serviert und besteht aus 3 Schichten: 1. Kondensmilch (leche
condensada), 2. Espresso mit einem Schuss Likör (Licor 43 oder Tía
María) und einem Stück Zitronenschale und 3. aufgeschäumter
Milch, die noch mit etwas Zimt bestreut wird.
Portugal
* Bica starker, schwarzer Kaffee, aus kleinen Tassen getrunken
* Pingo (Bica Pingada) Bica mit ein wenig Milch
* Galão portugiesischer Milchkaffee, aus einem Glas getrunken
Türkei (und Balkanländer)
* Türk Kahvesi türkischer Kaffee
* Türkischer Kaffee ungefiltert; mit Kaffeepulver als Bodensatz,
meistens zwei Mal aufgekocht, beim ersten Aufkochen wird der Schaum auf
die Tassen verteilt.
Griechenland
* Griechischer Kaffee zwei bzw. dreifach - auf Wunsch mit Zucker
- aufgekochter, starker Kaffee, ähnlich türkischem Mokka
* Café frappé mit Eiswürfeln servierter, kalt
aufgeschäumter Instantkaffee.
USA
* Iced coffee Auf ein Glas mit Eisstücken wird heißer,
starker und gesüßter Kaffee gegeben
Südamerika
* Café Americano Espresso, der mit heißem Wasser
oder Spirituosen verlängert wurde
* Café de olla Kaffee, der mit Gewürzen wie Zimt zubereitet
und dann kalt getrunken wird
Teilweise gibt es unterschiedliche Auffassungen von Land zu Land, welche
Benennung auf welche Zubereitungsart zutrifft.
Malzkaffee (Muckefuck) wird zwar Kaffee genannt, enthält aber Malz
und ähnelt Kaffee geschmacklich nur wenig (z. B. Caro-Kaffee). Er
ist ein Surrogat für Kaffee und ist, da er kein Koffein enthält,
auch für Kinder geeignet.
Physiologische Wirkungen des Kaffees
Eine Tasse mit 125 ml Filterkaffee enthält ca. 80120 mg Koffein.
[2] Dem Kaffee wird aufgrund seines Koffeingehaltes eine aufmunternde
und leicht antidepressive Wirkung zugeschrieben, da das Koffein die Wirkung
des schlaffördernden Botenstoffes Adenosin blockiert. Es gibt jedoch
auch Wirkungen, die im Allgemeinen unbekannt sind. Kaffee hat eine zunächst
beruhigende Wirkung. In der Praxis ist es bekannt, dass man besser einschläft,
wenn man sich in den ersten 15 Minuten nach dem Kaffeetrinken hinlegt,
weil das Schlafzentrum im Gehirn besser durchblutet wird. Zögert
man jedoch zu lange, verpasst man die beruhigende Wirkung vom Kaffee und
das Koffein fängt an zu wirken; nun ist es fast unmöglich einzuschlafen.
Diese Methode der Beruhigung wird z. B. in Krankenhäusern angewandt.
Bei älteren Menschen bekämpft Kaffee den Abfall der Atemfrequenz
beim Einschlafen, was deren Schlafqualität verbessern kann.
Um die aufmunternde und konzentrationsfördernde Wirkung des Kaffees
voll ausschöpfen zu können, ist es nach einem Artikel in der
Fachzeitschrift Sleep (Vol. 27, Nr. 3) sinnvoller, viele kleine Schlucke
Kaffee über den Tag (bzw. die Nacht) verteilt zu sich zu nehmen,
als eine große Tasse Kaffee am Morgen. Auf diese Weise finde eine
deutlich effektivere Einwirkung des Koffeins auf die Schlafzentren im
Gehirn statt. Die Strategie, den Kaffeekonsum gleichmäßig auf
einen längeren Zeitraum zu verteilen, sei besonders nützlich
für Personen, die nachts arbeiten müssen: Ihnen fällt es
so leichter wach zu bleiben und dabei ihre Konzentrationsfähigkeit
aufrechtzuerhalten.
Die konzentrationsfördernde Wirkung konnte im Magnetresonanztomografen
sichtbar gemacht werden, so wurden insbesondere die Hirnareale Frontallobus
und der vordere Cingulum, in denen das Kurzzeitgedächtnis verortet
wird, aktiv.
Ist Kaffee wirklich gesundheitsschädlich?
Nach Auffassung einiger Mediziner kann der übermäßige
Genuss von Kaffee gesundheitsschädlich sein: er soll den Insulinspiegel,
den Blutdruck und den Blutzucker erhöhen, entwässere den Körper
und schädige so insgesamt das Herz-Kreislauf-System. Neben zumeist
älteren Untersuchungen, die diesen Standpunkt stützen, zeigen
in letzter Zeit jedoch immer mehr Studien, dass Kaffee möglicherweise
gar nicht so ungesund ist wie bislang vermutet, sondern im Gegenteil sogar
gesundheitsfördernde Eigenschaften aufweist. Thomas Hofmann, Direktor
des Instituts für Lebensmittelchemie an der Westfälischen Wilhelms-Universität
in Münster sagte: Die Aussage, dass Kaffee generell schädlich
sei, ist heute nicht mehr haltbar, früher hat man zum Teil negative
Wirkungen einzelner Kaffeeinhaltsstoffe auf den Gesamtkomplex Kaffee übertragen.
Auch zeigen aktuelle Studien, dass die angenommene entwässernde Wirkung
von Kaffee wissenschaftlich unhaltbar ist.
Das Nationale Herz-, Lungen- und Blutinstitut der USA hatte 2003 eine
Empfehlung zurückgenommen, nach der Patienten mit hohem Blutdruck
höchstens moderate Mengen Kaffee trinken sollten. Die Harvard School
of Public Health in Boston stützte diese Einschätzung: Im Journal
of the American Medical Association präsentierte Wolfgang Winkelmayer
eine Studie mit Daten von 150.000 Frauen. Hinweise auf einen Zusammenhang
zwischen Kaffeekonsum und hohem Blutdruck habe man dabei nicht gefunden.
In einer anderen Studie von Trine Ranheim und Bente Halvorsen wurden in
einzelnen Fällen jedoch eine Erhöhung der Cholesterinspiegel
nach dem Genuss von ungefilterten Kaffee nachgewiesen. Die filterbaren
Diterpene Cafestol und Kahweol bewirken diesen Effekt.
Viele der positiven Effekte von Kaffee werden auf die darin enthaltenen
Antioxidantien zurückgeführt. Nach einer US-amerikanischen Studie
aus dem Jahr 2005 ist die mit Abstand wichtigste Quelle für gesundheitsfördernde
Antioxidantien aus der täglichen Nahrung das Genussmittel Kaffee
woraus sich allerdings nur ableiten lässt, dass die Amerikaner
wahrscheinlich zu wenig Obst und Gemüse zu sich nehmen [3]. Aufgrund
der vergleichbaren Ernährungsgewohnheiten ist anzunehmen, dass auch
in Deutschland Kaffee eine Hauptquelle für Antioxidantien darstellt.
Neuere Studien [4] lassen zudem einen genetischen Zusammenhang für
die Folgen des Kaffeekonsums erkennen. Je nach Genvariante kann es dabei
zu einer schnellen oder langsamen Elimination des Alkaloids Koffein kommen,
was wiederum Auswirkungen auf ein Infarktrisiko haben kann.
Fördert Kaffee Herzkrankheiten und Diabetes?
Aufgrund der zum Teil widersprüchlichen Datenlage zu diesem Thema
wurde 2005 von amerikanischen Forschern die sogenannte CALM-Studie (Coffee
and Lipoprotein Metabolism study) durchgeführt, bei der die Auswirkung
von koffeinhaltigem und entkoffeiniertem Kaffee auf Herz, Blutkreislauf
und Stoffwechsel erstmals nach den hohen Standards einer klinischen Prüfung
eingehender untersucht wurde. Das überraschende Ergebnis: koffeinhaltiger
Kaffee hatte keinerlei negativen Effekt auf die gemessenen Parameter wie
Blutdruck, Pulsfrequenz, Body-Mass-Index (BMI), Blutzuckerspiegel, Insulinmenge
und verschiedene Blutfettwerte (Gesamtcholesterin, HDL, LDL bzw. Apolipoprotein
B). Dagegen stiegen bei der Gruppe, die den entkoffeinierten Kaffee getrunken
hatte, die Lipoproteinwerte und der Gehalt an freien Fettsäuren
beides Risikofaktoren für Arteriosklerose im Blut deutlich
an und auch der Spiegel an LDL-Cholesterin (böses Cholesterin)
war in Folge häufig erhöht. Allerdings hatte entkoffeinierter
Kaffee nicht auf alle Probanden nur negative Auswirkungen: bei übergewichtigen
Personen mit einem BMI von mehr als 25, nicht aber bei den normalgewichtigen
Teilnehmern, erhöhte der regelmäßige Genuss auch die Menge
des guten HDL-Cholesterins um mehr als 50 Prozent [5], [6].
Zwei weitere großangelegten Studien, eine amerikanische an über
45.000 Männern [7] und eine finnischen Kohortenstudie mit über
20.000 weiblichen und männlichen Probanden, kamen eindeutig zum Schluss,
dass regelmäßiger Kaffeekonsum kein Risiko für koronare
oder zerebrale vaskuläre Krankheiten mit sich bringt. Die Autoren
der finnischen Studie fanden die höchste Mortalität sogar bei
Männern, die überhaupt keinen Kaffee tranken und auch bei den
Frauen sank die Sterberate kontinuierlich mit steigendem Kaffeekonsum
[8].
Während bei der großangelegten CALM-Studie keinerlei Einfluss
von Kaffee auf den Blutzucker- und Insulinspiegel festgestellt werden
konnte, berichten Wissenschaftler von der Duke-Universität in Durham
(USA) in der Fachzeitschrift Diabetes Care [9], dass Koffein in Kombination
mit einer Mahlzeit bei Diabetes den Blutzuckerspiegel um beinahe 50 Prozent
und den Insulinspiegel um 20 Prozent ansteigen ließ [10]. Die Forscher
schlossen daraus, dass Koffein den ohnehin gestörten Energiestoffwechsel
von Diabetikern noch weiter beeinträchtige. Allerdings war die Probandenzahl
mit 14 Studienteilnehmern sehr klein und außerdem wurde reines Koffein
in Kapselform, nicht etwa Kaffee (als Getränk) verabreicht.
Dem Befund, dass Kaffee bzw. Koffein die Empfindlichkeit des Körpers
für Insulin reduziert und den Blutzuckerwert ansteigen lässt,
widersprechen dagegen auch die Ergebnisse einer weiteren großen
epidemiologische Studie mit mehr als 120.000 Teilnehmern (Annals of Internal
Medicine, Bd. 140, S. 17, 2004). Es zeigte sich, dass Männer die
mehr als sechs Tassen Kaffee pro Tag trinken, ein um fünfzig Prozent
geringeres Risiko für Diabetes mellitus Typ 2 hatten, bei Frauen
reduzierte sich das Risiko um nahezu dreißig Prozent [11].
Welche Faktoren für diesen Effekt verantwortlich sind konnten die
Wissenschaftler nicht letztgültig klären. So können einerseits
Inhaltsstoffe des Kaffees selbst wie Koffein, Kalium, Magnesium oder Antioxidantien
in Betracht kommen, andererseits könnte es auch sein, dass sich die
Lebensgewohnheiten der Viel-Kaffeetrinker von denen der anderen Probanden
in bisher nicht bekannter Weise unterscheiden.
Den Befund, dass Kaffee das Risiko für Diabetes vom Typ 2 reduziert,
bestätigt auch eine aktuelle Studie aus dem Jahr 2006 mit knapp 29.000
Teilnehmerinnen. Da sowohl koffeinhaltiger als auch entkoffeinierter Kaffee
die beobachtete signifikante "Diabetesschutzwirkung" entfaltete,
schlossen die Forscher, dass der gesundheitsfördernde Effekt nicht
auf das Koffein zurückzuführen ist, sondern vielmehr auf die
in dem Getränk reichlich enthaltenen Antioxidantien, Polyphenole
oder Mineralstoffe [12], [13].
Mythos: Kaffee wirkt entwässernd
In der Presse, aber auch von manchen Ärzten wird vielfach behauptet,
dass Kaffee dem Körper Wasser entziehe und somit nicht zur Flüssigkeitszufuhr
hinzugezählt werden dürfe. Dies ist jedoch nach Auffassung der
Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und der Gesellschaft
für Ernährungsmedizin und Diätetik e. V., die sich auf
neuere Studien berufen, wissenschaftlich nicht haltbar [14] [15] [16]
[17]. Die DGE dazu wörtlich: Das Getränk Kaffee ist ein
wichtiger Teil der täglichen Gesamt-Wasserzufuhr. In der Flüssigkeitsbilanz
kann Kaffee in aller Regel so wie jedes andere Getränk behandelt
werden. Die Geschichte vom Kaffee als Flüssigkeitsräuber beruht
auf einem Irrtum, ist also eine Mär [18] [19].
Zwar gibt es auch (zumeist ältere) Studien die eine kurzfristig
entwässernde Wirkung von Kaffee zeigen konnten, diese gehen jedoch
zum einen überwiegend von unrealistisch hohen Koffeindosierungen
aus und schwerwiegender noch die Testpersonen mussten eine
längere Zeitspanne (von einigen Tagen bis zu drei Wochen) vor dem
Versuch auf koffeinhaltige Getränke verzichten. Tatsächlich
hemmt Koffein das antidiuretische Hormon (ADH) der Hirnanhangsdrüse
und signalisiert so den Nieren, vermehrt Flüssigkeit auszuscheiden.
Neuere Untersuchungen belegen jedoch, dass die diuretische (harntreibende)
Wirkung des Koffeins (bzw. koffeinhaltiger Getränke) nur Personen
betrifft, die nicht regelmäßig koffeinhaltige Getränke
genießen. Dagegen scheint bei gewohnheitsmäßigen
Kaffeetrinkern die unbestreitbar vorhandene entwässernde Wirkung
des Koffeins in reiner Form durch die Darreichungsform als koffeinhaltiges
Getränk neutralisiert zu werden und keine negative Auswirkung auf
die Flüssigkeitsbilanz zu haben. Mit anderen Worten: regelmäßiger
Kaffeegenuss macht immun gegen den harntreibenden Effekt des
Koffeins [20].
Der in vielen Restaurants übliche Brauch, Kaffee mit einem Glas
Wasser zu servieren, dient also nicht dazu, einen etwaigen Flüssigkeitsverlust
auszugleichen. Ebenso wie das Glas Wasser zum Wein soll es vielmehr den
Gaumen "neutralisieren" und die Geschmacksnerven empfänglich
für den Genuss des nächsten Schlucks Kaffee machen.
Positive Effekte von Kaffee
In einer Untersuchung des Nationalen Krebs-Zentrums in Tokio haben Forscher
in einer zehnjährigen Studie herausgefunden, dass von 100.000 Kaffeetrinkern
statistisch nur 214 Personen an Nierenkrebs erkranken. Da die entsprechende
Erkrankungszahl bei Nicht-Kaffeetrinkern 547 beträgt, geht man davon
aus, dass die Antioxidantien des Kaffees die Nierenzellen vor kanzerogenen
Sauerstoffradikalen schützen. In einer Vergleichsuntersuchung wurde
gezeigt, dass grüner Tee diesen Schutzeffekt des Kaffees nicht aufweist.
André Nkondjock von der Universität Ottawa entdeckte, dass
sechs Tassen Kaffee täglich das Brustkrebsrisiko bei Frauen um bis
zu 70 Prozent senken könne. Weiterhin könne das Getränk
vor Blasen- und Dickdarmkrebs schützen.
Eine weitere große epidemiologische Studie, die National Health
and Nutrition Examination Survey] [21] (publiziert am 1. Dezember 2005),
wertete die Gesundheits- und Ernährungsdaten von 9.849 freiwilligen
Teilnehmern aus. Es zeigte sich unter anderem, dass der tägliche
Genuss von mehr als zwei Tassen Kaffee oder Tee die Wahrscheinlichkeit
für chronische Lebererkrankungen deutlich reduziert. Dieser Effekt,
den die Wissenschaftler hauptsächlich dem Koffein zuschreiben, wurde
allerdings nur bei Menschen mit einem erhöhten Risiko für derartige
Erkrankungen festgestellt, z. B. bei Alkoholikern oder Übergewichtigen.[22]
Als weiterer positiver Effekt wird die Parkinsonhemmende Wirkung des
Koffeins diskutiert, da die Produktion des Nervenbotenstoffs Dopamin angeregt
wird. Auch der Ausbruch der Alzheimerkrankheit könne durch regelmäßigen
Genuss evtl. verzögert werden.
Die Auswirkungen des Konsums von Kaffee auf die Potenz sind umstritten.
Abwechselnd wurde Kaffee als Droge, die impotent mache, und als Aphrodisiakum
bezeichnet. Der Forscher Amantea fand allerdings 1923 in einem Humanexperiment
heraus, dass Koffein nicht nur die Lust am Geschlechtsverkehr steigerte,
sondern auch den Orgasmus verstärkte und die Menge des Ejakulats
erhöhte. Eine aktuelle Studie (2005/2006) zeigte, dass Koffein bei
weiblichen Ratten tatsächlich eine Steigerung des Geschlechtstriebs
bewirkt. Ob dieser Effekt auch beim Menschen zu beobachten ist, bleibt
zweifelhaft. Nach Ansicht der an der Studie beteiligten Wissenschaftler,
würde eine die sexuelle Lust steigernde Wirkung von Koffein
falls überhaupt vorhanden allenfalls bei Frauen eintreten,
die nicht an Koffein gewöhnt sind.[23]
Negative Effekte von Kaffee
Bei übermäßigem Konsum von Kaffee und anderen koffeinhaltigen
Getränken können folgende Nebenwirkungen und toxische Symptome
auftreten:
* Tachykardie, roter Kopf
* Unruhe, Tremor (Zittern), Nervosität, Angstzustände
* Gedankenflucht
* Schlaflosigkeit
* Konvulsionen
* leichte Abhängigkeit mit entsprechend milden Entzugssymptomen wie
Kopfschmerz
Weiterhin soll nach den Ergebnissen einer neuen Studie (2006), schon
die Koffeinmenge von zwei Tassen Kaffee die Durchblutung des Herzmuskels
bei körperlicher Anstrengung messbar reduzieren. Hierdurch werde
die positive Wirkung von körperlicher Bewegung auf das Herz deutlich
gemindert. Dies gelte insbesonders bei Aktivitäten in großer
Höhe oder bei Menschen mit koronarer Herzkrankheit oder Arteriosklerose
[24].
Mögliche Schwachpunkte der Studie sind wiederum die geringe Probandenzahl
(18 Teilnehmer), die Darreichungsform des Koffeins in Tablettenform und
die Tatsache, dass die Probanden in den Tagen vor dem Test weder Kaffee
noch andere koffeinhaltige Getränke zu sich nehmen durften. Da es
keine Kontrollgruppe gab, die nicht von Koffein entwöhnt war, ist
nicht auszuschließen, dass gewohnheitsmäßige
Kaffeetrinker weniger empfindlich reagiert hätten. Auch ist es möglich,
dass Koffein in Abhängigkeit von seiner Darreichungsform (z. B. in
Tablettenform oder als Heißgetränk) unterschiedliche Wirkungen
entfaltet.
Kaffeesatz als Haushaltsmittel
Nach dem Aufbrühen kann der Kaffeesatz wegen seines hohen Stickstoff-Gehaltes
noch als guter Garten-Dünger verwendet werden. Sein hoher Gehalt
an Kalium, Phosphor und anderen Mineralstoffen ist gut für die Pflanzenentwicklung.
Viele Gärtner schwören auf Kaffeesatz als Rosendünger.
Kaffeesatz ist auch ein sehr gutes Handwaschmittel für stark verschmutzte
und beanspruchte Hände. Durch die körnige Struktur wirkt es
leicht schmirgelnd und die Öle machen ein nachträgliches Einfetten
überflüssig. Die schmirgelnde Wirkung des Kaffeesatzes findet
auch bei der Reinigung von schwer erreichbaren Stellen Anwendung, wie
sie beispielsweise bei Flaschen oder Thermoskannen vorliegen.
Die vielseitige Verwendbarkeit von Kaffee und Kaffeesatz war auch schon
im 19. Jahrhundert bekannt. So ist in Meyers Konversationslexion (1888)
zu lesen: Man benutzt den Kaffeesatz ferner zum Reinigen der Nachtgeschirre
und beim Abfegen braun gestrichener Fußböden. Kocht man den
Kaffeesatz mit Sodalösung aus, so erhält man durch Zusatz von
Alaun zu der filtrierten Flüssigkeit einen braunen Niederschlag,
welcher als Malerfarbe benutzt werden kann. Verkohlt gibt der Kaffeesatz
eine Art von Kohlenschwarz. Der beim Brennen des Kaffees sich entwickelnde
Geruch verdeckt in ausgezeichneter Weise die üblen Gerüche frisch
getünchter Kalkwände, frisch lackierter Thüren, beim Räumen
von Düngergruben, in Kinderstuben etc..
Kaffeesatz ist unter anderem auch ein gutes Wurmfutter für die Wurmhaltung
von Tauwurm (Lumbricus terrestris) oder Kompostwurm.
Das Lesen des insbesondere bei Mokkazubereitungen sich bildenden Kaffeesatzes
dient im Volksspiritismus zum Wahrsagen über die Zukunft und wird
Kaffeedomantie genannt.
Artikel Kaffee. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand:
17. Juni 2007, 19:37 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Kaffee&oldid=33285076
(Abgerufen: 21. Juni 2007, 06:24 UTC)
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