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OpenOffice.org
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OpenOffice.org ist ein freies Office-Paket, das aus einer Kombination
verschiedener Programme zur Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentation
und zum Zeichnen besteht. Ein Datenbankprogramm und ein Formeleditor sind
ebenfalls enthalten.
Das Programm wird oft auch kurz OpenOffice genannt. Da dieser Begriff
in einigen Ländern jedoch markenrechtlich geschützt ist, wird
als Name OpenOffice.org (Abkürzung: OOo) verwendet.
Ziel des quelloffenen Projektes OpenOffice.org ist es, das international
führende Office-Paket zu werden und für alle wichtigen Betriebssysteme
verfügbar zu sein. Dabei soll der Zugang zu Funktionen und Daten
durch offengelegte Schnittstellen und ein XML-basiertes Dateiformat ermöglicht
werden.
Programmpaket
OpenOffice.org ist für die Betriebssysteme Microsoft Windows, Apple
Mac OS X (derzeit als X11-Version und als Nebenprojekt NeoOffice), Linux,
Solaris (SPARC- und x86-Prozessorarchitektur), FreeBSD und andere Unix-Varianten
erhältlich. Daneben existiert eine Portierung für IBM OS/2 bzw.
eComStation. Auch an einer Unterstützung von ReactOS wird gearbeitet.
Auf dem Code von OpenOffice.org basiert ebenfalls die Office-Software
IBM Workplace.
OpenOffice.org kann parallel zu anderen Office-Paketen installiert und
benutzt werden. Mit OpenOffice.org Portable (bzw. Portable OpenOffice.org)
steht eine Version für Windows zur Verfügung, die z. B. von
einem USB-Stick lauffähig ist (siehe Stickware). Es gibt ebenfalls
eine U3-Version, die von einem USB-Stick ausführbar ist und abgespeicherte
Daten verschlüsselt sowie mit einem Passwort schützt.
OOo kann die Daten vieler anderer Programme sowie die verbreiteten Dateiformate
von Microsoft Word (.doc), Microsoft Excel (.xls) und Microsoft PowerPoint
(.ppt) zumeist ohne Probleme importieren und exportieren. Es lassen sich
auch Legacy-Formate (veraltete Dateiformate) importieren,
an denen andere etablierte Office-Pakete scheitern. Alle Formate lassen
sich auch ins Portable Document Format (PDF) exportieren.
Programme
Das Office-Paket enthält die folgenden Module:
* Writer (Textverarbeitung)
* Calc (Tabellenkalkulation)
* Impress (Präsentationsprogramm)
* Draw (Grafikprogramm)
* Base (Datenbankprogramm, ab Version 2.0)
* Math (Formel-Editor)
OpenOffice.org ist modular aufgebaut, aber als Gesamtpaket konzipiert.
Die gleichen Utensilien werden durch die gesamte Suite genutzt. Die Werkzeuge,
die z. B. in Writer zum Arbeiten mit Grafiken vorhanden sind, finden sich
auch in Impress und Draw wieder. Alle Module teilen sich zudem die gleiche
Rechtschreibprüfung etc. Das komplette Office-Paket kann in einem
einzigen Vorgang installiert werden.
Writer
Mit Writer können sowohl kurze Texte wie Briefe, Memos, Etiketten,
Visitenkarten als auch umfangreiche Schriften wie Bücher oder mehrteilige
Dokumente mit Tabellen sowie Inhalts- und Literaturverzeichnissen geschrieben
und gestaltet werden. Die Textverarbeitung bietet gängige Funktionen
wie Textbausteine, Teamfunktionen, Rechtschreibprüfung, Silbentrennung,
Thesaurus, Autokorrektur, mehrstufiges Undo sowie verschiedene Dokumentvorlagen.
Mit Hilfe eines Assistenten werden eigene Dokumentvorlagen, Briefe, Faxe
und Tagesordnungen erstellt. Zur besseren Bearbeitung umfangreicher Schriften
können einzelne Textdokumente (.sxd) nachträglich zu einem gemeinsamen
Globaldokument (.sxg) zusammengefügt werden.
Formatvorlagen für einzelne Zeichen, Absätze, Rahmen und Seiten
können mit dem Stylist (ab Version 2.0 Fenster Formatvorlagen) erstellt
und zugewiesen werden. Der Navigator erlaubt es sich schnell im Dokument
zu bewegen, es in einer Gliederungsansicht zu betrachten und den Überblick
über darin eingefügte Objekte zu behalten. Innerhalb der Texte
können verschiedene Verzeichnisse erzeugt und angepasst werden. Über
Live-Hyperlinks und Textmarken kann man direkt zu Textstellen springen.
Texte können mehrspaltig formatiert und mit Textrahmen, Tabellen,
Grafiken und anderen Elementen versehen werden. Mit Hilfe der Zeichenwerkzeuge
werden innerhalb des Dokuments Zeichnungen, Legenden und andere Zeichenobjekte
erstellt, beispielsweise für Newsletter, Broschüren oder Einladungen.
Grafiken unterschiedlicher Formate können eingebunden werden, z.
B. Grafiken in den Formaten GIF oder PNG. Es lassen sich die gängigen
Bildformate im Textverarbeitungsdokument mit dem mitgelieferten Bildbearbeitungswerkzeugen
bearbeiten. Clipartsammlungen, Animationen und Klänge werden in der
Gallery verwaltet und nach Themen geordnet.
Textdokumente verfügen über eine integrierte Rechenfunktion,
mit der Rechenoperationen oder logische Verknüpfungen ausgeführt
werden. Die für die Berechnung benötigte Tabelle lässt
sich in einem Textdokument erstellen. Der HTML-Editor ist ein WYSIWYG-Editor
zum Erstellen von Webseiten. Ein umfassendes Hilfesystem steht zur Verfügung,
das Anweisungen für einfache und komplexe Vorgänge abdeckt.
Calc
In Calc werden Daten in Tabellen bearbeitet, analysiert, verwaltet und
verdeutlicht. Daten können angeordnet, gespeichert und gefiltert
werden. Die Tabellenkalkulation bietet über 450 Berechnungsfunktionen
z. B. aus den Bereichen Finanzen, Statistik, Mathematik, Matrix, Datum
und Zeit. Es steht ein Funktions-Assistent zum Erstellen von Formeln und
komplexen Berechnungen zur Verfügung. Teil- oder Gesamtergebnisse
können berechnet werden.
Mit Calc ist es möglich, Tabellen durch Ziehen und Ablegen aus Datenbanken
zu übernehmen und Tabellendokumente als Datenquelle einzusetzen.
Bestimmte Datenbereiche können ein- oder ausgeblendet werden. Ein
Datenpilot für die Analyse von Zahlenmaterial ist vorhanden. Es besteht
die Möglichkeit, in Berechnungen, die aus mehreren Faktoren bestehen,
die Auswirkungen von Änderungen einzelner Faktoren beobachten zu
können. Außerdem stehen zur Verwaltung umfangreicher Tabellen
verschiedene vordefinierte Szenarien zur Verfügung. Calc ermöglicht
die Darstellung von Tabellendaten in dynamischen Diagrammen, die bei Änderung
der Daten automatisch aktualisiert werden. Ein Assistent für Diagramme
ist vorhanden.
Impress
Mit Impress können Vortragsfolien mit Animationen und verschiedenen
Hintergründen erstellt werden. Präsentationen können mit
Diagrammen, Zeichenobjekten, Multimedia- und vielen anderen Elementen
versehen werden. Einzelnen Folien können unterschiedliche Übergangseffekte
zugeordnet werden.
Ein Assistent für die Erstellung von Präsentationen ist enthalten
sowie verschiedene Vorlagen. Beim Erstellen einer Präsentation stehen
mehrere Ansichten zur Verfügung. Die Folienansicht zeigt z. B. die
Folien im Überblick, während die Handzettelansicht zusätzlich
zur Präsentation begleitenden Text enthält. Die Folien können
auf dem Bildschirm automatisch vorgeführt oder manuell gesteuert
werden. Das Timing der Präsentation kann angepasst werden. Die Präsentationen
können als Handzettel verteilt oder als HTML-Dokumente gespeichert
werden.
Draw
Mit dem vektorbasierten Draw ist es möglich, verlustfrei skalierbare
2D- und 3D-Zeichnungen zu erstellen. Draw erzeugt Vektorgrafiken aus Linien
und Kurven, die durch mathematische Vektoren definiert sind. Vektoren
beschreiben Linien, Ellipsen und Polygone entsprechend ihrer Geometrie.
Mit Draw können Objekte wie Würfel, Kugeln oder Zylinder erzeugt
und die Lichtquelle der Objekte geändert werden. Es sind Vorlagen
für Zeichnungselemente und eine Auswahl an anpassbaren Formen enthalten.
Tabellen, Diagramme, Formeln und andere in OpenOffice.org erzeugte Elemente
können in Zeichnungen einfügt werden. Raster und Fanglinien
sind optische Hilfen, die die Anordnung von Objekten in Zeichnungen erleichtert.
In Draw lässt sich die Beziehung zwischen verschiedenen Objekten
mit speziellen Linien, sogenannten Verbindern, zeigen. Die Verbinder werden
an die Klebepunkte der Zeichenobjekte angefügt und lösen sich
auch nicht, wenn die miteinander verbunden Objekte verschoben werden.
Mit Draw können lineare Größen, z. B. für technische
Zeichnungen, anhand von Bemaßungslinien berechnet und angezeigt
werden. Es ist möglich, Zeichnungen in unterschiedlichen Formaten
zu speichern darunter: BMP, EPS, GIF, PNG, SVG, TIFF.
Base
Mit Base werden große Datenmengen gespeichert und für Abfragen
und Berichte bereitgestellt. Es dient als Frontend für Tabellen und
Abfragen. Externe Datenbanken, wie beispielsweise MySQL, SQLite oder PostgreSQL,
können mittels ODBC oder JDBC angebunden werden und stehen somit
als Datenquelle z. B. für Serienbriefe zur Verfügung. Base unterstützt
einige Datenbankformate, wie zum Beispiel das dBase-Format.
Math
Der Formeleditor dient zum Verfassen von mathematischen Formeln. Formeln
werden in Math nicht ausgewertet, es ist also kein Rechenprogramm oder
gar ein Computeralgebraprogramm. Formeln werden oft als Objekte innerhalb
eines anderen Dokuments erstellt. Beim Einfügen einer Formel in ein
anderes Dokument wird Math automatisch gestartet. Der Aufbau von Formeln
wird durch Operatoren, Funktionen und Formatierungshilfen unterstützt,
die in einem Auswahlfenster zu finden sind und dort mit der Maus angeklickt
werden können um sie hinzuzufügen. Vordefinierte Symbole, Sonderzeichen
und Funktionen stehen zur Verfügung. Es können eigene Symbole
erstellt und Zeichen aus fremden Zeichensätzen übernommen werden.
Eine Formel kann auch direkt eingegeben werden. In einem Befehlsfenster
können Formeln bearbeiten werden. Die Eingaben im Befehlsfenster
werden gleichzeitig im Textfenster angezeigt.
Weitere Funktionen
Die Benutzeroberfläche kann konfiguriert werden - Symbole und Menüs
lassen sich anpassen. Bestimmte Programmfenster wie der Navigator sind
als schwebende Fenster frei platzierbar. Einige Fenster können am
Rand des Arbeitsbereichs angedockt werden. Die Drag & Drop-Funktion
ermöglicht es, Objekte wie Grafiken aus der Gallery innerhalb eines
Dokuments oder zwischen aktiven Dokumenten mit der Maus zu ziehen und
abzulegen. Assistenten zur Konvertierung von Dokumenten sind enthalten,
beispielsweise können alle Word-Dokumente aus einem Verzeichnis umgewandelt
werden. Mit der Reparaturfunktion können beschädigte Dateien
oftmals wiederhergestellt werden. In der Basic-IDE können Makros
erstellt werden. Zur Erweiterung der Programmfunktionalität steht
eine Vielzahl von Vorlagen, Erweiterungen (Add-Ins) und Makros
in den Sprachen StarOffice Basic, Python, Java und JavaScript zur Verfügung.
Für einige Assistenten, die HSQL-Datenbank, einige Exportfilter
u. a. wird das kostenlose Java Runtime Environment (JRE) benötigt.
OpenOffice.org ist auch ohne das JRE lauffähig. Das Java Runtime
Environment wird bei einigen OOo-Installationspaketen mitgeliefert. Es
kann auch nachträglich installiert werden.
Geschichte
Marco Börries gründete 1984 im Alter von 16 Jahren die Firma
Star Division, deren Hauptprodukt das Office-Paket StarOffice wurde. Nachdem
StarOffice mehr als 25 Millionen Mal verkauft worden war, erwarb Sun Microsystems
1999 die in Hamburg ansässige Firma Star Division für über
70 Millionen Dollar und bot StarOffice 5.2 zum kostenlosen Herunterladen
an. Am 19. Juli 2000 wurde das OpenOffice.org-Projekt von Sun Microsystems
öffentlich bekanntgegeben, und am 13. Oktober 2000 ging die Website
OpenOffice.org online, über die der Quellcode einer Vorversion von
StarOffice 6.0 bezogen werden konnte. Er war zu diesem Zeitpunkt etwa
400 MB groß und enthielt über 35.000 Dateien mit insgesamt
rund 7.500.000 Zeilen C++-Code. Von Drittanbietern lizenzierte Komponenten
waren zuvor aus dem Quellcode entfernt worden.
Build 638c die erste funktionierende Version wurde im Oktober
2001 veröffentlicht. OpenOffice.org 1.0 wurde am 1. Mai 2002 und
OpenOffice.org 1.1 im September 2003 herausgegeben. Die Version OpenOffice.org
1.1.5 wurde im September 2005 fertig. Im Oktober 2005 ist der Schritt
auf Version 2.0 erfolgt, im Dezember 2006 wurde Version 2.1 veröffentlicht.
Die heutigen Versionen von StarOffice basieren auf OpenOffice.org, werden
aber von Sun Microsystems u. a. um die aus dem OpenOffice.org-Quellcode
entfernten Komponenten (z. B. Rechtschreibkorrektur, Thesaurus, Datenbankmodul
Adabas D und Cliparts) erweitert. Aufgrund der Lizenzierung kann der OpenOffice.org-Code
für das nicht quelloffene StarOffice verwendet werden. Sun Microsystems
hatte beim Projektstart OOo unter die GNU Lesser General Public License
(LGPL) und unter die Sun Industry Standards Source License (SISSL) gestellt.
Seit September 2005 steht OpenOffice.org nur noch unter der LGPL, nachdem
Sun Microsystems bekanntgegeben hatte, die SISSL in Zukunft nicht mehr
zu nutzen.
Seit Anfang 2006 gibt es mehr als 40 Sprachversionen. Bis Ende 2006 wurde
OpenOffice.org insgesamt über 75 Millionen Mal von der Homepage geladen.
Versionen
OpenOffice.org 1.x
OpenOffice.org 1.0 wurde am 1. Mai 2002 veröffentlicht. Augenfällige
Änderung gegenüber StarOffice 5.2 war das Weglassen des integrierten
Desktops. Es kamen drei Updates heraus, wobei das letzte im April 2003
unter der Versionsnummer 1.0.3.1 erschien.
Im Oktober 2003 wurde die Version 1.1 freigegeben. Auch bei dieser Version
kamen in unregelmäßigen Abständen fehlerkorrigierte Versionen
heraus. Wichtige Änderungen in der Version 1.1 waren:
* Dateien im PDF-Format können ohne zusätzliche Software erstellt
werden. Das ist besonders wichtig für den Austausch von Dokumenten,
da für PDF-Dokumente unter beinahe jedem Betriebssystem ein Programm
zum Öffnen vorhanden ist und das Layout (Aussehen) immer gleich bleibt.
* Man kann Dateien über XSLT in andere XML-Formate exportieren. Derzeit
existieren XSLT-Filter für DocBook, XHTML, Word 2003 u. a.
* Ein Makrorecorder für Writer und Calc ermöglicht das Aufzeichnen
von Arbeitsabläufen.
* Präsentationen und Zeichnungen können in das SWF-Format (Adobe
Flash) exportiert werden.
Am 14. September 2005 erschien OpenOffice.org 1.1.5. Dieses letzte Update
unter der Versionsnummer 1 enthält neben zahlreichen Fehlerkorrekturen
als wichtigste Neuerung Importfilter für die OpenDocument-Formate,
die von OpenOffice.org 2 als Standardformat genutzt werden. Am 4. Juli
2006 erschien das Sicherheits-Patch 1.1.5secpatch, welches das unaufgeforderte
Ausführen von Makro-Befehlen (BASIC) in manipulierten OpenOffice.org-Dateien
unterbindet.
OpenOffice.org 2.x
Die Entwicklung an Version 2 von OpenOffice.org begann bereits im Juli
2003. Es wurden zwei Beta-Versionen und mehrere Snapshots unter der Versionsnummer
1.9 veröffentlicht. Die endgültige Version wurde am 20. Oktober
2005 freigegeben.
Wichtigste Neuerungen sind die eigene Datenbankanwendung (Base), das
neue Dateiformat OpenDocument und eine sich den Desktop-Einstellungen
anpassende Oberfläche. Außerdem wurde die Benutzerführung
optimiert, um Benutzern von Microsoft Office eine möglichst einfache
Migration auf OpenOffice.org zu ermöglichen.
Wichtige Änderungen in der Version 2.0 sind:
* XML-Dateiformat nach offenem Standard (OASIS OpenDocument)
* die neue Multi-pane-Ansicht
* neue CustomShapes (kompatibel zu Microsoft AutoShapes)
* neues erweitertes Datenbank-Frontend
* Integration der Datenbank HSQL
* Serienbrief-Assistent
* Verbesserung der Tabellen in Writer
o Unterstützung für verschachtelte Tabellen
o Unterstützung für Seitenumbrüche in Tabellenzellen
* Unterstützung für digitale Signaturen
* XForms-Unterstützung
* WordPerfect-Filter
* bis zu 65.536 Zeilen in der Tabellenkalkulation
* erweiterte Unterstützung für Pivot-Tabellen
* plattformspezifische Installationsprogramme
* Integration in die Arbeitsumgebung
* schwebende Werkzeugleisten (in OOo 1.1.x konnten nur selbst erstellte
Leisten frei an- und abgedockt werden)
Impress wurde von Grund auf neu programmiert und bietet jetzt u. a. mehr
Diashow-Übergänge und Animationseffekte. Der PDF-Export wurde
erweitert: Hyperlinks sind jetzt möglich, das Format für Formularübermittlung
ist auswählbar, Notizen können exportiert werden, Thumbnails
und mehr Stufen für die Komprimierung von Bildern. Mit der neuen
Wortzählfunktion können jetzt auch markierte Textabschnitte
gezählt werden.
Am 15. Dezember 2005 wurde OOo 2.0.1 veröffentlicht. Dieses erste
Update von OpenOffice.org 2.0 behob eine Reihe von Fehlern. Außerdem
wurde eine Serien-Mail Funktion integriert.
OpenOffice.org 2.0.2 erschien am 8. März 2006. Diese Version ersetzt
das bisher für die Rechtschreibprüfung verwendete MySpell durch
Hunspell. Weitere Neuerungen sind Icons für KDE und GNOME sowie ein
Importfilter für das MS-Word 2/5-Textformat.
Die englische Version von OpenOffice.org 2.0.3 wurde am 29. Juni veröffentlicht.
Die deutsche Version erschien am 3. Juli 2006. Neben der Beseitigung von
Fehlern wurden auch neue Funktionen implementiert, unter anderem Unterstützung
von x86-64 Plattformen, eine Update-Funktion und die optionale Unterstützung
der Grafikbibliothek Cairo. Letztere verspricht unter anderem Antialiasing
in Präsentationen.
Am 13. Oktober 2006 ist OOo 2.0.4 erschienen. Diese Version erhielt einen
Exportfilter für LaTeX und PDF-Verschlüsselung. Sie bildet den
Abschluss der 2.0-Produktreihe.
OpenOffice.org 2.2.1 Base
OpenOffice.org 2.2.1 Base
Version 2.1 von OpenOffice.org erschien am 12. Dezember 2006. In ihr
wurden einige neue Funktionen implementiert, die bekanntesten sind ein
Updatesystem, der überarbeitete Schnellstarter sowie die Verbesserung
der Exportfunktion von HTML-Dateien aus Calc.
Am 28. März 2007 erschien die Version 2.2. Bei dieser Version wurden
erweiterte Vista-Funktionen, ein erweiterter Umgang mit Extensions und
ein ebenfalls erweiterter PDF-Export eingebaut.[1] Mit dieser Version
ändert OpenOffice.org die Zeitabstände zwischen Updates mit
neuen Features von drei auf sechs Monate.
OpenOffice.org 2.2.1 erschien am 12. Juni 2007 und brachte einige Fehlerkorrekturen
- neue Funktionen wurden nicht integiert.
Geplante Versionen
Im September 2007 soll Version 2.3[2] erscheinen, die mit einem neuen
Diagramm-Modul aufwarten soll. Im März 2008 ist sodann mit Version
2.4[3] der letzte Release von OOo 2 geplant. Der nächste größere
Schritt ist mit Version 3.0[4] im September 2008 geplant. Hier wird eine
Überarbeitung von Calc erwartet.
In einer der bevorstehenden Versionen wird die Office-Suite um einen
Personal Information Manager (PIM) bereichert werden. Damit steht den
Benutzern von OpenOffice.org eine Entsprechung des im Konkurrenzprodukt
Microsoft Office vorhandenen Outlook zur Verfügung. Sun Microsystems
betätigt sich zu diesem Zweck im Lightning-Projekt der Mozilla-Foundation.
Ziel ist die Integration des Mail-Clients Mozilla Thunderbird mit Adressbuch
und Kalender als Groupware-Client in OpenOffice.org.[5][6]
An einer nativen Mac-Version wird von Seiten des OOo-Projektes gearbeitet
- sie ist aber noch nicht so weit in der Entwicklung wie NeoOffice. Im
Juni 2007 ist erst eine Alpha-Version erschienen, die in ihrer Funktionalität
noch stark eingeschränkt ist (bspw. ist Drucken unmöglich).
Dateiformat
Das Dateiformat von OpenOffice.org wurde von der Organization for the
Advancement of Structured Information Standards (OASIS) als Basis für
das neue offene Austauschformat OpenDocument verwendet, welches auch das
Standardformat von OpenOffice.org ab Version 2.0 ist. Die XML-Dateien
sind gepackt und belegen deshalb sehr wenig Festplattenspeicherplatz.
Die Speicherung der Dokumentinhalte erfolgt in dem Java-Archive-Format.
Es handelt sich dabei um eine ZIP-Datei mit speziellen Einträgen
in diesem Archiv. Die Dateiendung eines Java-Archivs ist normalerweise
.jar, jedoch werden für OpenDocument-Dateien die Dateiendungen
.od* verwendet. Es kann mit jedem Standard(ent-)packer entpackt
werden. Die eigentliche Textinformation (Datei: content.xml) kann dann
mit jedem beliebigen Texteditor angesehen oder verändert werden.
So ist es zum Beispiel möglich, Programme zu schreiben, die Formulare
mit Inhalten einer Datenbank automatisch ausfüllen. Außerdem
kann man sich sicher sein, dass man auf seine Dateien auch in vielen Jahren
noch uneingeschränkt zugreifen kann gerade im kommerziellen
und behördlichen Einsatz aufgrund der langen Aufbewahrungsfristen
für Unterlagen ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Die Europäische
Union plant, das OASIS-Dateiformat als einheitliches Standarddatenformat
für ihre Dokumente einzusetzen.
In OpenOffice.org 1.0 und 1.1 wurden Dokumente standardmäßig
im eigenen XML-basierten Dateiformat mit der Dateiendung .sx*
gespeichert. Dieses Dateiformat ist nicht identisch mit dem OpenDocument-Format,
welches in diesen OOo-Versionen noch nicht unterstützt wurde. Erst
mit OpenOffice.org 1.1.5 konnten zumindest OpenDocument-Dateien geöffnet
und bearbeitet werden das Speichern musste allerdings im alten
Dateiformat geschehen. OpenOffice.org 2.0 kann alle Dateiformate früherer
Versionen, einschließlich der alten StarOffice-Dateiformate, verlustfrei
lesen und schreiben.
Im Mai 2006 wurde OASIS-OpenDocument 1.0 zum ISO-Standard
(ISO 26300 Verweis zur ISO).
Rechtschreibprüfung
Eingebaute Kontrolle und freie Erweiterungen
Ab OpenOffice.org 2.0.3 wird mit der deutschsprachigen Version von OpenOffice.org
auch eine Rechtschreibkontrolle (Hunspell) und ein Thesaurus (OpenThesaurus)
in deutscher Sprache mitgeliefert. In früheren Versionen mussten
diese teilweise noch aufgrund nicht kompatibler Lizenzen nachträglich
hinzugefügt werden. Mit Hunspell wurden ebenfalls viele Mängel
der bisherigen Rechtschreibprüfung MySpell behoben[7]. Eine Unterstützung
weiterer Sprachen kann mit dem integrierten Assistenten DicOOo aus dem
Internet bezogen werden.
Eine Grammatikprüfung wird bislang nicht mit OpenOffice.org angeboten.
Mit der freien Erweiterung LanguageTool[8] lässt sich eine solche
für deutsche, englische und polnische Texte allerdings nachrüsten.
Voraussetzung ist OpenOffice.org ab der Version 2. Language Tool befindet
sich allerdings in einer frühen Entwicklungsphase und arbeitet noch
nicht zuverlässig.
Kommerzielle Alternativen
Die Brockhaus-Tochter Brockhaus Duden Neue Medien (BDNM) bietet eine
kommerzielle Erweiterung für OpenOffice.org an, die eine Rechtschreib-,
Stil-, und Grammatikprüffunktion umfasst. Die erste Version dieser
Erweiterung wurde unter dem Titel Duden OpenOffice.org Suite angeboten.
Eine technisch überarbeitete Version ist im Dezember 2006 unter dem
Titel Duden Korrektor für OpenOffice.org erschienen.
Durch die Stil- und Grammatikprüfungsfunktionen erfolgt die Prüfung
nicht nur wortweise, sondern im Kontext des ganzen Satzes. Die Rechtschreibkontrolle
greift auf den Wortbestand der Dudenbände Die deutsche Rechtschreibung,
Das große Fremdwörterbuch, Das Vornamenlexikon
und Das große Wörterbuch der deutschen Sprache
(10-bändig) zu und kann so sehr viel bessere Ergebnisse liefern als
derzeit die standardmäßig in OpenOffice.org integrierte Rechtschreibprüfung.
Allerdings stehen die Stil- und Grammatikprüfungsfunktionen erst
mit dem Duden Korrektor für OpenOffice.org auch in anderen Programmkomponenten
als Writer zur Verfügung.
Im Internet veröffentlichten Nutzerberichten zufolge ist die Duden
OpenOffice.org Suite trotz mehrerer korrigierter Versionen zumindest bis
Oktober 2006 aufgrund schwerwiegender Programmfehler nur sehr eingeschränkt
benutzbar gewesen.[9]
SDK
Mit dem OpenOffice.org Software Development Kit (SDK) können Entwickler
das Office-Paket um weitere Funktionen erweitern oder in Java-Programme
einbetten. Im SDK sind alle notwendigen Tools und Anleitungen enthalten.
Die englischsprachige Dokumentation beschreibt die Konzepte der API und
Komponenten-Technologie UNO (Universal Network Objects). Es kann in den
Sprachen StarOffice Basic, C, C++ und Java programmiert werden. Das SDK
steht unter der LGPL und kann für Windows, Linux und Solaris von
den Projektseiten kostenlos geladen werden.
Verbreitung
Über die Marktdurchdringung von OpenOffice.org gibt es noch keine
exakten Analysen, Schätzungen über den Marktanteil gehen je
nach Erhebung weit auseinander, sie liegen zwischen 3 % und 15 %. Angesichts
steigender Downloadzahlen und Berichten über OpenOffice.org in Fachzeitschriften
ist ein zunehmendes Interesse in den letzten Jahren unverkennbar
insbesondere nach der Veröffentlichung der Version 2.0. Zudem gibt
es ein umfangreicheres Angebot an Webseiten zum Thema OpenOffice.org und
eine stetig wachsende, internationale Community. Das Softwarepaket ist
in den wichtigen Linux-Distributionen enthalten und wird in immer mehr
Sprachen angeboten. Diverse Unternehmen bieten verstärkt Dienstleistungen
wie Migrationshilfen und Service-Hotlines an oder beteiligen sich an der
Entwicklung. Es gibt Kursangebote von Volkshochschulen, Lernprogramme
und Schulungsunterlagen. Das Angebot von Software mit einer Anbindung
an OOo steigt.
In einigen Firmen und öffentlichen Verwaltungen, wie z. B. in München
(LiMux-Projekt) und Wien (Wienux-Projekt), wird OpenOffice.org bereits
eingesetzt. Große Anwender sind beispielsweise die französische
Gendarmerie, die im Jahre 2005 etwa 70.000 Desktoprechner von Microsoft
Office migriert hat und die Polizei in Niedersachsen mit 11.000 Arbeitsplätzen.
Im Oktober 2005 wurde eine strategische Partnerschaft von Google und
Sun Microsystems geschlossen. Sie soll u. a. die Verbreitung von OpenOffice.org
fördern.
Neben StarOffice gibt es weitere Office-Pakete in unterschiedlichen Sprachen,
die auf OOo basieren, wie z. B. AOL Office, KaiOffice, MagyarOffice (Ungarisch),
NextOffice, Pladao Office (Thai). Mit OxygenOffice Professional (vormals
OpenOffice.org Premium) liegt ein Fork vor, der um beschränkte VBA-Unterstützung
in Calc, weitere Cliparts, Vorlagen und Schriften erweitert wurde.
Projekt
Im OpenOffice.org-Projekt arbeitet eine große Anzahl von Community-Mitgliedern.
Die Arbeit am Quellcode wird vorrangig von den Entwicklern von Sun Microsystems
übernommen. Weitere Unternehmen, die Entwickler stellen, sind beispielsweise
Novell, Intel, Red Hat[10] und Red Flag[11].
Die vielen Unterprojekte sind in drei Kategorien aufgeteilt:
* akzeptierte Projekte darunter fallen vor allem die technischen,
wie z. B. Installation, API, Portierung, aber auch solche wie Website
oder Marketing, die sich aktiv um die Verbreitung von OOo kümmern
* die Native-lang-Projekte (Native Language Confederation), wie z. B.
das deutschsprachige Projekt, stellen auf den Webseiten Dokumentationen
und Hilfen bereit
* die sogenannten Incubator-Projekte, die sich noch im Aufbau
befinden z. B. das Business-Development-Projekt, welches Firmen
bei der Entwicklung ihres Geschäfts mit OOo unterstützen möchte
In dem demokratisch organisierten Projekt bildet der Community Council
das oberste Organ. Er legt u. a. die Ziele des Projektes fest.
Artikel OpenOffice.org. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.
Bearbeitungsstand: 18. Juni 2007, 19:59 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=OpenOffice.org&oldid=33330506
(Abgerufen: 21. Juni 2007, 06:44 UTC)
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