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Pfadfinder
Ein Pfadfinder ist ein Angehöriger der Pfadfinderbewegung, einer
internationalen, unpolitischen Erziehungsbewegung für Kinder und
Jugendliche, die nach der Pfadfindermethode arbeitet und Menschen aller
Nationalitäten und Glaubensrichtungen offen steht. Ziel der Bewegung
ist die Förderung der Entwicklung junger Menschen, damit diese in
der Gesellschaft Verantwortung übernehmen können.
Das erste experimentelle Pfadfinderlager wurde 1907 von Robert Baden-Powell,
einem britischen General, auf dem englischen Brownsea Island durchgeführt.
Baden-Powell entwickelte aus den Erfahrungen dieses Lagers die Prinzipien
der Pfadfinderbewegung in seinem 1908 erschienenen Buch Scouting for Boys,
das bis heute ein wichtiges Grundlagenwerk für die Pfadfinderarbeit
ist. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts breitete sich die
Pfadfinderbewegung auf der ganzen Welt aus. Sie wurde schon nach wenigen
Jahren in drei Altersstufen gegliedert um altersgerechte Lern- und Erlebnisräume
zu schaffen.
Zur Pfadfinderbewegung gehörten 2006 weltweit mehr als 38 Millionen
Kinder und Jugendliche aus 216 Ländern und Territorien in zahlreichen
nationalen und internationalen Jugendverbänden, die im Wesentlichen
in zwei weltweiten Dachverbänden zusammengeschlossen waren: der World
Association of Girl Guides and Girl Scouts und der World Organization
of the Scout Movement. Etwa 300 Millionen Menschen haben bis heute der
Pfadfinderbewegung angehört. Nur in sechs Staaten gab es 2006 keine
Pfadfinderverbände: Andorra, Volksrepublik China, Kuba, Laos, Myanmar
und Nordkorea.
Pfadfindermethode
Zur Umsetzung seiner Erziehungsziele entwickelte Baden-Powell, der Gründer
der Pfadfinderbewegung, eine eigenständige Methodik, die als Pfadfindermethode
bezeichnet wird. Diese Methode wird von allen Pfadfinderverbänden
angewendet, die Bedeutung einzelner Elemente wird von den (Dach)-Verbänden
aber unterschiedlich gewichtet.
Im Folgenden wird die Umsetzung der Pfadfindermethode in der World Organization
of the Scout Movement (WOSM) dargestellt. Die Beschreibungen von Ziel,
Prinzipien und Methode können aber zu großen Teilen auch auf
die World Association of Girl Guides and Girl Scouts (WAGGGS) und auf
Pfadfinderverbände, die weder WAGGGS noch WOSM angehören, übertragen
werden.
WOSM definiert in ihrer Ordnung die Pfadfinderbewegung als eine
freiwillige, nicht-politische Erziehungsbewegung für junge Menschen,
die offen ist für alle, ohne Unterschiede von Herkunft, Rasse oder
Glaubensbekenntnis, übereinstimmend mit dem Ziel, den Prinzipien
und der Methode, die vom Gründer der Bewegung entwickelt wurden.[3]
Ziel der Pfadfinderbewegung ist es, zur Entwicklung junger Menschen
beizutragen, damit sie ihre vollen körperlichen, intellektuellen,
sozialen und geistigen Fähigkeiten als Persönlichkeiten, als
verantwortungsbewusste Bürger und als Mitglieder ihrer örtlichen,
nationalen und internationalen Gemeinschaft einsetzen können.[3]
Die Prinzipien der Pfadfinderbewegung sind ein Verhaltenskodex, der für
alle Mitglieder gleichermaßen gilt und damit die Bewegung als ganzes
prägt. WOSM benennt drei Grundprinzipien, die als Verpflichtungen
formuliert werden:
* die Pflicht gegenüber Gott,
* die Pflicht gegenüber Dritten und
* die Pflicht gegenüber sich selbst.[3]
Anstelle von Pflicht gegenüber Gott wird häufig
auch von einer Verpflichtung gegenüber einer höheren Macht gesprochen,
um nicht-monotheistische Religionen einzubeziehen.
Die Pfadfindermethode, mit deren Hilfe das Ziel der Pfadfinderbewegung
erreicht und die genannten Prinzipien erfüllt werden sollen, ist
ein System fortschreitender Selbsterziehung aus vier Elementen:
* Pfadfindergesetz und Pfadfinderversprechen,
* Learning by Doing (Lernen durch Tun),
* Bildung kleiner Gruppen,
* Fortschreitende und attraktive Programme verschiedenartiger Aktivitäten.
Die Pfadfindermethode umfasst die genannten vier Elemente als Ganzes,
wenn einzelne Elemente weggelassen werden, wird nach Aufffassung von WOSM
keine Pfadfinderarbeit mehr geleistet.
Pfadfindergesetz (in einigen Verbänden: Pfadfinderregeln)
und Pfadfinderversprechen dienen vor allem der Verpflichtung
auf die gemeinsamen Werte der Pfadfinderbewegung, wobei das in allen Verbänden
ähnliche Pfadfindergesetz das Wertesystem festlegt, während
durch das persönlich abzulegende Versprechen die Selbstverpflichtung
des Einzelnen auf diese Werte und die Bindung an die Pfadfinderbewegung
verstärkt werden.
Mit der Betonung des Learning by Doing (Lernen durch Tun)
wird das erfahrungs- und handlungsorientierte Lernen als zentrale Lernmethode
der Pfadfinderbewegung festgelegt.
Hauptziel der Bildung kleiner Gruppen wie beispielsweise
der Sippen ist die frühzeitige Übernahme von Verantwortung und
die Erziehung zu Selbstständigkeit um zur Entwicklung des Charakters
beizutragen. Damit werden die Anerkennung von Verantwortlichkeit, Selbstvertrauen,
Zuverlässigkeit und Bereitschaft zur Zusammenarbeit und Führung
gefördert.
Die fortschreitenden und attraktiven Programme verschiedenartiger
Aktivitäten bewirken dabei eine stufenweise, auf bereits erworbenen
Erfahrungen aufbauende Erweiterung des jeweiligen Horizonts und eine langfristige
Bindung an die jeweilige Gruppe. Zu den Aktivitäten können Spiele,
der Erwerb sinnvoller Fertigkeiten und der Dienst im Gemeinwesen gehören;
sie finden meist in engem Kontakt mit Natur und Umwelt statt und sollen
die Interessen der Teilnehmer berücksichtigen. Um die unterschiedlichen
Attraktivitäten in ein einheitliches Arbeitsprogramm einzubinden
haben viele Pfadfinderverbände aufeinander aufbauende Abzeichen-
und Stufensysteme entwicklet.
Diese allgemeinen Festlegungen zur Pfadfindermethode werden im Alltag
der Gruppen in einer Vielfalt von einzelnen Elementen umgesetzt. Zu den
häufigsten unter ihnen zählen:
* regelmäßige Gruppenstunden in festen Gruppen, Entwicklung
gemeinsamer Rituale, gemeinsame Kleidung (Pfadfinderkluft)
* Zeltlager, Fahrten und internationale Begegnungen
* frühzeitige Übernahme von Verantwortung (beispielsweise als
Gruppenleiter/Sippenführer) und gleichberechtigte Partizipation aller
in Entscheidungsprozessen
* und damit einhergehend die freiwillige Selbstverpflichtung durch das
Pfadfinderversprechen
* Einübung von Pfadfindertechniken, Basteln und Werken
* musisch-kulturelle Aktivitäten wie gemeinsames Singen und Musizieren
* Naturerlebnis in Spielen und Erkundungen, Kennen Lernen von ökologischen
Zusammenhängen
* gesellschaftliches Engagement (beispielsweise durch Hilfsaktionen oder
Altpapiersammlungen).
Geschichte der Pfadfinderbewegung
Gründung und weltweite Ausbreitung
1899 veröffentlichte der englische General Baden-Powell für
die britische Armee das Buch Aids to Scouting (Anleitung zum
Kundschafterdienst), das wegen Baden-Powells Heldenstatus aus dem zweiten
Burenkrieg bei den Jugendlichen in England großes Interesse auslöste.
Als Baden-Powell 1903 nach seiner Rückkehr nach England feststellte,
dass überall nach seinem Buch Kundschafter gespielt wurde,
begann er, aus diesem Spiel ein heute würde man sagen erlebnispädagogisches
Konzept zur Jugenderziehung zu entwickeln. Zur Erprobung dieses
Konzepts veranstaltete er vom 31. Juli bis zum 9. August 1907 ein erstes
Lager auf Brownsea Island. Daran nahmen 22 Jungen aus verschiedenen sozialen
Schichten teil. Sie trugen einheitliche Uniformen, um die sozialen Unterschiede
zu verdecken. Aufbauend auf diesen Erfahrungen veröffentlichte Baden-Powell
1908 eine für Jugendliche überarbeitete Version von Aids
to Scouting unter dem Titel Scouting for Boys.
In diesem Buch benannte er den Ritter St. Georg, der einen Drachen getötet
haben soll, als Schutzpatron der Pfadfinder. Nach seinem Vorbild sollten
Pfadfinder ritterlich und ehrlich handeln, anderen Menschen Freund sein,
Hilfsbedürftige und Schwache unterstützen und die Umwelt schützen.
Obwohl das in Scouting for Boys Dargestellte eigentlich nur
die Methodik der schon existierenden Jugendverbände ergänzen
sollte, entstanden auch außerhalb dieser Verbände viele Pfadfindergruppen.
Um diese Bewegung in England zusammenzufassen wurde noch 1908 die Boy
Scout Association gegründet. Gleichzeitig entstanden in vielen anderen
Ländern ebenfalls Pfadfindergruppen, so dass es schon vor dem Ersten
Weltkrieg auf allen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis
Pfadfindergruppen gab.
Für diesen großen Erfolg und die rasche Ausbreitung der Pfadfinderidee
gab es mehrere Gründe. Maßgeblich in Großbritannien,
den Dominions und den britischen Kolonien waren die gezielten Pressekampagnen
und die Lobbyarbeit, die Baden-Powell gemeinsam mit Arthur Pearson, dem
Verleger von Scouting for Boys, betrieb. Schon vor der Publikation
versandten beide zahlreiche Werbebriefe an Persönlichkeiten des öffentlichen
Lebens in Großbritannien, unter anderem auch an Angehörige
des Königshauses. Gleichzeitig mit der Buchveröffentlichung
wurde die wöchentlich erscheinende Jungenzeitschrift Scouting
gestartet, die schon Ende 1908 eine Auflage von 110.000 Exemplaren erreichte.
Daneben entstanden weitere Pfadfinderzeitschriften, die ähnliche
Auflagen erzielten.
Die durch diese Kampagnen erzielte Begeisterung wurde auch außerhalb
von Großbritannien wahrgenommen und in Presseveröffentlichungen
herausgestellt. Dieses Interesse führte in Verbindung mit dem als
Erziehungsziel wahrgenommenen Ideal des guten Staatsbürgers,
das bürgerliche Wertvorstellungen bediente, zur Gründung von
Pfadfinderverbänden in anderen Ländern, meist durch Pädagogen
oder an der Erziehung interessierten Menschen. Zum Export der Pfadfinderidee
in andere Länder existieren auch einige Anekdoten, so die vom unbekannten
Pfadfinder, der den späteren Gründer der Boy Scouts of America
durch den Londoner Nebel führte und dafür keine Belohnung annahm
mit der Begründung: Im a Scout. (Ich bin Pfadfinder.)
Unterstützt wurde die rasche Ausbreitung dadurch, dass etwa gleichzeitig
die Jugend als eigenständige Lebensphase entdeckt wurde und verschiedene
pädagogische Konzepte zum Umgang mit dieser Altersstufe entstanden.[7]
Parallel zur Pfadfinderbewegung entstanden weitere Jugendverbände
und -organisationen, wie beispielsweise der Christlicher Verein Junger
Menschen, der deutsche Wandervogel oder die Arbeiterjugendbewegung. In
Deutschland fiel die Gründungsphase der Pfadfinderbewegung zeitlich
mit der ersten Phase der Reformpädagogik und ihren Schulgründungen
zusammen.
Ausbau der Pfadfinderbewegung
Das erste große Pfadfindertreffen fand 1909 mit mehr als 11.000
Teilnehmern im Crystal Palace in London statt. Baden-Powell war überrascht,
als er dort auch Mädchen traf, die sich als Pfadfinderinnen bezeichneten,
da sich sein Erziehungskonzept nur an Jungen richtete. Für die Mädchen
wurden deshalb 1910 die Girl Guides (Pfadfinderinnen; in den USA Girl
Scouts) gegründet, die von seiner Schwester Agnes Baden-Powell geleitet
wurden. 1912 übernahm Olave Baden-Powell, Baden-Powells Frau, diese
Aufgabe.
Da sich bald auch Jungen unter 12 Jahren den Pfadfindergruppen anschließen
wollten, wurde 1914 für sie die Wölflingsarbeit eingeführt,
deren Arbeitsformen sich stärker am Spiel orientieren. Für die
älter werdenden Pfadfinder wurde 1919 als dritte Altersstufe die
Roverarbeit entwickelt, deren Kern der Dienst an der gemeinschaft ist.
Im selben Jahr schenkte William De Bois Maclaren das Gelände von
Gilwell Park der Boy Scouts Association, das diese als Ausbildungszentrum
für Pfadfinderführer nutzte. Bereits sechs Wochen nach der Übergabe
fand dort der erste Woodbadgekurs statt.
1920 wurde in London für die männlichen Pfadfinder das Boy
Scouts International Bureau gegründet, in dem die Pfadfinderverbände
weltweit zusammenarbeiteten und das später seinen Namen in World
Organization of the Scout Movement (WOSM) änderte.[9] Für die
internationale Zusammenarbeit zwischen den Pfadfinderinnen war bereits
1919 der International Council entstanden, aus dem 1928 die World Association
of Girl Guides and Girl Scouts (WAGGGS) hervorging.[8]
1941 starb Baden-Powell mit fast 84 Jahren in Nyeri in Kenia. In seinem
letzten Brief hinterließ er der Pfadfinderbewegung ihren bis heute
wohl wichtigsten Satz: Versucht, die Welt ein bisschen besser zurückzulassen,
als ihr sie vorgefunden habt. Seine Frau Olave, seit 1932 Chief
Guide of the World, starb 1977.
Veranstaltungen und Zentren
Nur zwei Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs fand 1920 in London
das erste Weltpfadfindertreffen statt. An diesem World Scout Jamboree
nahmen etwa 8000 Pfadfinder aus 27 Ländern teil. Sie ernannten Baden-Powell
spontan zum Chief Scout of the World. Seitdem werden in der Regel im Vier-Jahres-Rhythmus
Jamborees abgehalten. Weitere wichtige World Scout Jamborees waren das
1947 nach der durch den Zweiten Weltkrieg erzwungenen Pause abgehaltene
Jamboree de la Paix in Frankreich und das Jubilee Jamboree 1957 in England
zum fünfzigsten Jubiläum der Pfadfinderbewegung und hundertsten
Geburtstag von Baden-Powell. 1979 fiel das World Scout Jamboree wegen
der islamischen Revolution im Iran erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg
aus. Stattdessen wurde ein World Jamboree Year durchgeführt. Am World
Scout Jamboree 1983 in Kanada durften erstmals Mädchen aus koedukativen
WOSM-Mitgliedsverbänden teilnehmen.
1931 fand in Kandersteg das erste World Scout Moot für Rover statt,
ein Treffen der älteren Pfadfinder. 1939 trafen sich in Ungarn 4000
Pfadfinderinnen zum ersten Weltlager der Pfadfinderinnen Pax Ting. Seit
1957 führt WAGGGS keine Weltlager mehr durch.
Neben die World Scout Jamborees und die World Scout Moots traten in der
zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zwei jährlich abgehaltene
internationale Veranstaltungen, an denen Gruppen von ihrem Heimatort aus
teilnehmen können: 1958 das Jamboree-on-the-Air, bei dem über
Funk kommuniziert wird, und 1997 das Jamboree On The Internet.
Parallel zum Aufbau dieses Netzwerks von Veranstaltungen entstanden zahlreiche
Pfadfinderzentren, von denen die wichtigsten von den Weltverbänden
betrieben werden. Im schweizerischen Kandersteg wurde 1923 das International
Scout Chalet als Weltzentrum von WOSM gegründet. WAGGGS eröffnete
1932 mit Our Chalet in Adelboden in der Schweiz sein erstes Weltzentrum,
1939 folgte Our Ark in London (1963 in Olave House umbenannt, 1990 aufgegeben).
Dazu kamen 1957 Our Cabaña in Morelos in Mexiko, 1966 Sangam in
Pune in Indien und 1990 Pax Lodge in London (als Ersatz für Olave
House). Zu den Zentren mit weltweiter Bedeutung zählt auch der oben
schon erwähnte Gilwell Park, obwohl er auch heute noch dem britischen
Pfadfinderverband gehört.
Modernisierung und Abspaltungen
Bereits in der Gründungsphase der Pfadfinderbewegung entstanden
in vielen Ländern mehrere konkurrierende Pfadfinderverbände,
die in der Regel keinen längeren Bestand hatten, da ihre Mitgliederzahl
zu gering für eine dauerhafte Selbständigkeit war oder sie sich
in Dachverbänden zusammenschlossen. Außerhalb Deutschlands
kam es erst ab den 1960er Jahren zu einer erneuten und sich verstärkenden
Aufsplitterung in verschiedene Pfadfinderverbände, die aber nur einen
geringen Anteil an der Gesamtzahl aller Pfadfinder ausmachen. Hauptgrund
für diese Entwicklung waren die Modernisierungsbestrebungen der großen
Verbände, die von Einzelnen als Aufgabe der ursprünglichen Pfadfindermethode
nach Baden-Powell wahrgenommen wurden.
Aus diesen Gegenbewegungen entstanden unter anderem zwei kleine internationale
Dachverbände. 1956 wurde in Köln die Fédération
du Scoutisme Européen gegründet, die 1978 nach einer Neuausrichtung
in Union Internationale des Guides et Scouts dEurope umbenannt wurde.
Sie fördert insbesondere die religiöse Bindung und Ausrichtung
der Pfadfindergruppen. 1996 entstand die World Federation of Independent
Scouts, deren Ziel es ist, Pfadfinderverbänden, die nicht Mitglied
von WOSM oder WAGGGS sind, ein internationales Dach zu bieten.
Die Reaktionen auf diese Abspaltungen fielen und fallen sehr unterschiedlich
aus, auf nationaler Ebene reichen sie von der Zusammenarbeit mit ihnen
über das Ignorieren der Gruppen bis hin zu Gerichtsverfahren um den
in einigen Ländern als Marke geschützten Begriff Pfadfinder.
WOSM erkennt diese Verbände in der Regel als Pfadfinder an, bedauert
aber ihre Nichtmitgliedschaft in einem einheitlichen Weltverband.
Pfadfinder in totalitären Staaten: Zwischen Verbot und Kollaboration
In totalitären Staaten wurden wiederholt die Pfadfinderverbände
verboten, in die staatlichen Jugendorganisationen eingegliedert oder unter
staatliche Kontrolle gestellt. Da in den zwei letzten Fällen in der
Regel die politische Unabhängigkeit des betroffenen Verbandes eingeschränkt
wurde, suspendierten die Weltverbände WAGGGS und WOSM die jeweiligen
Verbände oder schlossen sie ganz aus. Die Begründung für
die Verbote oder die staatlichen Kontrollmaßnahmen fielen in Abhängigkeit
vom politischen System des jeweiligen Staates sehr unterschiedlich aus.
In sozialistischen Staaten wurde der Pfadfinderbewegung vorgeworfen, sie
sei eine bürgerliche reaktionäre Bewegung, während in durch
den Faschismus geprägten Staaten argumentiert wurde, durch ihre Internationalität
sei die Pfadfinderbewegung sozialistisch geprägt.
Insbesondere die aus den sozialistischen Staaten geflüchteten Pfadfinder
gründeten Exilverbände, von denen einige noch heute existieren.
Zum Teil sind diese Gruppen an die jeweiligen Nationalverbände des
Gastlandes angeschlossen worden, andere blieben selbstständig. Nach
dem Fall des Eisernen Vorhangs wurde 1990 von WOSM ein Informationsbüro
in Moskau gegründet. In allen ehemals sozialistischen Staaten entstanden
daraufhin Pfadfindergruppen, die oft an die Traditionen aus der Zeit vor
ihrem Verbot anknüpften. Häufig wurde dieser Neuaufbau von den
Exilgruppen unterstützt.
Unter staatliche Kontrolle gestellt wurden kurz nach dem Zweiten Weltkrieg
beispielsweise die polnischen, ungarischen und jugoslawischen Verbände,
die daraufhin ihr Erziehungssystem an staatlichen Vorgaben orientieren
mussten. Sie wurden deshalb aus WOSM ausgeschlossen. In Polen und Ungarn
entstanden in den staatlich kontrollierten Pfadfinderverbänd en parallele
Untergrundstrukturen, die weiterhin nach der ursprünglichen Pfadfindermethode
arbeiteten.
Entwicklung im deutschsprachigen Raum
Hauptartikel: Pfadfindergeschichte im deutschsprachigen Raum
Die Pfadfinderbewegung erreichte bereits kurz nach ihrer Gründung
in England im Jahre 1907 den deutschsprachigen Raum. In fast allen deutschsprachigen
Ländern entstanden noch vor dem Ersten Weltkrieg Pfadfindergruppen,
die sich in unterschiedlichen, häufig nach Geschlechtern und Konfessionen
getrennten Verbänden zusammenschlossen.
Während sich in fast allen Ländern die Pfadfinderverbände
bis zum Zweiten Weltkrieg gleichmäßig auf der Grundlage von
Scouting for Boys und eng an das englisch Ausbildungssystem angelehnt
weiterentwickelten, schlug das deutsche Pfadfindertum (und in geringerem
Umfang auch das österreichische) durch den Kontakt mit der Wandervogel-Bewegung
einen Sonderweg ein: Die Pfadfinderbünde wurden Teil der Jugendbewegung,
sie verschmolzen die Formen des englischen Scoutismus mit denen des Wandervogels.
Dies hatte zur Folge, dass sich innerhalb der Bünde unterschiedliche
Erneuerungsbewegungen entwickelten, die zur Abspaltung und Vereinigung
verschiedenster kleinerer und größerer Bünde führten.
Die so genannte Bündische Jugend mit einer Vielzahl von Pfadfinder-,
Wandervogel- und Jungenschafts-Bünden entstand.
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurden 1933 und 1934
in Deutschland die nichtkonfessionellen Pfadfinderverbände aufgelöst
und ihre Mitglieder in die Hitler-Jugend überführt. Die konfessionellen
Verbände konnten sich unter starker Einschränkung ihrer Arbeit
länger halten, wurden aber bis spätestens 1938 ebenfalls von
der Gestapo verboten. Während des Zweiten Weltkriegs ereilte das
gleiche Schicksal die Pfadfinderverbände in den vom Deutschen Reich
besetzten Ländern.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in allen Ländern die Pfadfinderverbände
wieder aufgebaut. Nur in der Sowjetischen Besatzungszone beziehungsweise
später der Deutschen Demokratischen Republik blieb die Pfadfinderarbeit
weiterhin verboten, der einzige erlaubte Jugendverband war die Freie Deutsche
Jugend, deren Kinderorganisation, die Pionierorganisation Ernst Thälmann,
der Pfadfinderbewegung nachempfunden war.
In fast allen deutschsprachigen Ländern schlossen sich die Pfadfinderverbände
zu Dachverbänden oder Gesamtorganisationen zusammen, um allen Pfadfinderinnen
und Pfadfindern die Mitgliedschaft in den Weltverbänden WAGGGS und
WOSM zu ermöglichen. Dennoch setzte in der Bundesrepublik Deutschland
nach der erste Aufbauphase wieder eine zunehmende Zersplitterung der Pfadfinderbewegung
ein, zuerst erneut am Konflikt scoutistisch bündisch festzumachen,
später verstärkt in der Auseinandersetzung zwischen traditionellen
und progressiven Pfadfindern, da sich viele Verbände angeregt durch
den gesellschaftlich Wertewandel gegen Ende der 1960er Jahre auch politisch
engagieren.
Im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts öffneten sich die meisten
Pfadfinderinnen- und Pfadfinderverbände für das jeweils andere
Geschlecht oder fusionierten mit ähnlich ausgerichteten Gruppen zu
koedukativen Verbänden.
Nach der politischen Wende in der DDR wurden dort ab 1990 auch Pfadfindergruppen
aufgebaut. Zu großen Teilen wurden sie von den westdeutschen Verbänden
angeregt oder orientierten sich an ihnen. Die meisten neuen Gruppen schlossen
sich diesen auch sehr bald an, in einigen Gebieten entstanden aber auch
eigenständige Verbände. Insgesamt ist die Anzahl und Größe
der Pfadfindergruppen im Osten Deutschlands bis heute deutlich geringer
als in vergleichbaren westdeutschen Gebieten.
Etwa gleichzeitig mit der Ausweitung in den Osten Deutschlands entstanden
insbesondere in Deutschland verschiedene freikirchliche Pfadfinderverbände,
die zum Teil sehr schnell und stark wuchsen. Zu ihnen gehören mit
den Royal Rangers und den Christlichen Pfadfinderinnen und Pfadfindern
der Adventjugend auch zwei internationale Verbände mit Gruppen in
Österreich und der Schweiz.
Strukturen und Organisationen der Pfadfinderbewegung
Weltweite Strukturen
Innerhalb der Weltpfadfinderbewegung gibt es zwei getrennte große
Weltverbände: die World Organization of the Scout Movement (WOSM;
etwa 28 Millionen Mitglieder in 153 Ländern), die ursprünglich
nur die männlichen Pfadfinder aufnahm, sich seit etwa 1990 aber als
koedukativer Verband versteht, und die World Association of Girl Guides
and Girl Scouts (WAGGGS; etwa 10 Millionen Mitglieder in 144 Ländern)
für die weiblichen Pfadfinderinnen, wobei in Einzelfällen auch
Jungen und Männer aufgenommen werden. Beide Weltverbände nehmen
jeweils nur ein nationales Mitglied auf; deshalb sind aus Staaten mit
mehreren Pfadfinderverbänden häufig Dachverbände Mitglied
bei WOSM und WAGGGS. Koedukative Verbände meldeten vor 1990 meist
die männlichen Mitglieder bei WOSM und die weiblichen bei WAGGGS
an, heute wird diese Verfahrensweise von WOSM nicht mehr akzeptiert, eine
auf beide Organisationen aufgeteilte Mitgliedermeldung wird bei der Neuaufnahme
von Mitgliedsverbänden abgelehnt.
WOSM und WAGGGS kooperieren in vielen Arbeitsfeldern, setzen aber wegen
der Unterschiede bei den Mitgliedsorganisationen, insbesondere wegen der
unterschiedlichen gesellschaftlichen Interessen ihrer Mitglieder unterschiedliche
Schwerpunkte. Während WOSM sich als globale Erziehungsbewegung versteht,
legt WAGGGS großes Gewicht auf die rechtliche und reale Gleichstellung
von Frauen und Mädchen und sieht sich vor allem als Emanzipationsbewegung.
Diese unterschiedlichen Ausrichtungen wirken sich auch auf die Arbeitsformen
der Weltverbände aus. So führt WAGGGS beispielsweise keine Weltlager
mehr durch, die internationale Arbeit konzentriert sich stärker auf
Schulungen und Seminare in den vier Weltzentren und den Thinking Day.
Die zwei großen Weltverbände gliedern sich in Regionen, die
meist den Kontinenten entsprechen. Diese führen eigene Veranstaltungen
durch. Innerhalb von WOSM und WAGGGS gibt es Arbeitsgemeinschaften von
Pfadfinderverbänden, die ähnliche gelagerte Arbeit leisten oder
mit ähnlichen Problemen konfrontiert sind. Ein Schwerpunkt dieser
Kooperationen liegt im religiösen Bereich.
Neben den zwei großen Weltverbänden WOSM und WAGGGS existieren
mit der World Federation of Independent Scouts (WFIS; etwa 35.000 Mitglieder
in 40 Ländern) und der Union Internationale des Guides et Scouts
dEurope (UIGSE; etwa 70.000 Mitglieder in 20 Ländern) zwei
kleine unabhängige Verbände, die ihren Mitgliedsverbänden
die Teilhabe an der internationalen Gemeinschaft der Pfadfinder ermöglichen.
Nur in sechs Staaten (Kuba, Andorra, Volksrepublik China mit Ausnahme
von Hongkong und Macao, Nordkorea, Laos, Myanmar) gibt es nach Angaben
von WOSM keine Pfadfinderverbände.
Nationale Pfadfinderverbände
Für die nationalen Zusammenschlüsse der Pfadfinder gibt es
weltweit zwei Grundmodelle. Insbesondere im angelsächsischen Raum
verbreitet ist der Typus des großen Pfadfinderverbandes, zu dem
nahezu alle Pfadfindergruppen des Landes gehören. In diesen können
die einzelnen Ortsgruppen dann entscheiden, ob sie sich schwerpunktmäßig
auf Kinder und Jugendliche einer Religion konzentrieren oder ob sie offen
für alle sind. In Kontinentaleuropa und den frankophonen Ländern
orientieren sich dagegen Pfadfinderverbände häufig an den einzelnen
Konfessionen und Religionen; in der Regel schließen sich diese konfessionellen
Verbände dann wie in Deutschland und Frankreich zu nationalen Dachverbänden
zusammen, über die die Mitgliedschaft bei WOSM und WAGGGS organisiert
ist.
Altersstufen und Arbeitsformen [Bearbeiten]
Um eine altersgerechte Arbeit zu gewährleisten, teilen nahezu alle
Pfadfinderverbände ihre Mitglieder in verschiedene Altersstufen mit
jeweils eigenen Schwerpunkten ein. Die Bezeichnungen für die Altersstufen
variieren dabei von Verband zu Verband, oft werden auch nicht alle Stufen
angeboten. Die Übergänge zwischen den einzelnen Stufen sind
häufig fließend, sie hängen auch von der Reife des Betroffenen
ab. Die gebräuchlichsten Bezeichnungen sind:
Alter allgemein Österreich Schweiz Liechtenstein Deutschland
611 Jahre Wölflinge Wichtel/Wölflinge Bienli/Wölfe
Bienle/Wölfle Wölflinge/Wichtel
1113 Jahre (Jung)-Pfadfinder Guides/Späher Pfadi Pfadfinder
(Jung)-Pfadfinder
1416 Jahre Pfadfinder Caravelles/Explorer Pfadi Pfadfinder Pfadfinder
16-18 Jahre Ranger/Rover Ranger/Rover Cordées/Raiders Pioniere
Ranger/Rover/Leiter
1821/25 Jahre Ranger/Rover Ranger/Rover/Leiter Rover/Leiter Rover/Leiter
Ranger/Rover/Leiter
ab 21 Jahre Leiter/Erwachsener Pfadfinderführer bzw. -leiter Rover/Leiter
Rover/Leiter Ranger/Rover/Leiter/
Erwachsener
Details zur Einteilung der Alterstufen innerhalb eines Verbandes finden
sich in der Regel im jeweiligen Artikel.
In einigen Verbänden gibt es noch die Biberstufe, die vor den Wölflingen
kommt. Während jedoch auch schon mit den Wölflingen pfadfinderisch
gearbeitet wird, handelt es sich dabei jedoch um eine reine Spielgruppe.
Eigenständige Leiter- und Erwachsenen-Stufen finden sich nur bei
einem kleinen Teil der Pfadfinderverbände, sehr häufig verlassen
Erwachsene ohne Leitungsaufgabe die Verbände und schließen
sich einer Altpfadfinder-Gilde an. Eine besondere Form der Erwachsenenarbeit
ist die in Deutschland in einigen evangelischen Verbänden geübte
Kreuzpfadfinderarbeit.
Neben den klassischen Pfadfindergruppen gibt es in vielen
Ländern besondere Arbeitsbereiche, wie beispielsweise Seepfadfinder
oder Luftpfadfinder. Die Arbeitsform Pfadfinder Trotz Allem (PTA) (in
Österreich: Pfadfinder Wie Alle (PWA)) richtet sich an Menschen mit
verschiedenen Behinderungsformen.
Pfadfinderverbände im deutschsprachigen Raum
Die unten aufgeführten Pfadfinderverbände im deutschsprachigen
Raum gliedern sich unterhalb der nationalen Ebene in Abhängigkeit
von der Verbands- und Landesgröße in überregionale und
regionale Zusammenschlüsse (beispielsweise: Diözesanverbände,
Landesmarken, Gaue, Bezirke, Regionen, Kantonalverbände), die sich
aus den einzelnen Stämmen (Ortsgruppen; in Österreich: Gruppen,
in der Schweiz: Abteilungen) zusammensetzen. Diese wiederum umfassen meist
alle Meuten (Wölflingsgruppen), Sippen (in Österreich: Patrullen,
in der Schweiz: Patrouillen) und Roverrunden eines Ortes oder Stadtteils.
Deutschland
In Deutschland haben sich vier Verbände zum Ring Deutscher Pfadfinderinnenverbände
und zum Ring deutscher Pfadfinderverbände zusammengeschlossen. Beide
Ringe umfassen je einen katholischen, einen evangelischen und einen interkonfessionellen
Pfadfinderverband. Dem weiblichen Ring gehören die Pfadfinderinnenschaft
Sankt Georg (PSG), der Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder
(VCP) und der Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP) an, dem männlichen
Ring gehören die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG), der
VCP und der BdP an. Der Ring deutscher Pfadfinderverbände ist seit
1950 Mitglied von WOSM, der Ring Deutscher Pfadfinderinnenverbände
wurde im gleichen Jahr von WAGGGS aufgenommen. Trotz der traditionellen
Unterteilung in weibliche und männliche Verbände
sind die genannten Verbände mit Ausnahme der PSG koedukativ.
Neben den vier so genannten Ringverbänden gibt es mehr als 140 weitere
Pfadfinderbünde in Deutschland. Zu den größten unter ihnen
zählen der Deutsche Pfadfinderverband (DPV; ein Dachverband verschiedener
interkonfessioneller Bünde), die Christliche Pfadfinderschaft Deutschlands
(CPD), die Christlichen Pfadfinder Royal Rangers (RR), die Christlichen
Pfadfinderinnen und Pfadfinder der Adventjugend (CPA), der Ring Evangelischer
Gemeindepfadfinder (REGP) und der Deutsche Pfadfinderbund (DPB).
Die Mitgliederzahlen der großen deutschen Pfadfinderverbände
liegen nach deren eigenen Angaben bei den in der folgenden Tabelle dargestellten
Werten. Diese Zahlen gelten innerhalb der deutschen Pfadfinderbewegung
als sehr umstritten, da von den einzelnen Verbänden unterschiedliche
Zählweisen und Mitgliedschaftskriterien angewendet werden.
Verband DPSG VCP BdP DPV RR CPA PSG CPD REGP DPB
Mitglieder 95.000 50.000 32.000 29.000 14.500 10.000 10.000 4.000 3.500
2.500
Insgesamt gibt es mehr als 260.000 Pfadfinder in Deutschland, da in obiger
Tabelle viele kleine Verbände fehlen. Das Größenspektrum
reicht von der etwa 95.000 Mitglieder starken DPSG bis zu den so genannten
VW-Bus-Bünden, die in besagten passen sollen.
Nahezu alle deutschen Pfadfindergruppen sind in den alten Bundesländern
angesiedelt, der Anteil der ostdeutschen Pfadfinder an der Gesamtzahl
macht weniger als 5% aus.
Liechtenstein
Die Pfadfinder und Pfadfinderinnen Liechtensteins (PPL) haben etwa 700
Mitglieder und sind der nationale Mitgliedsverband von WOSM und WAGGGS.
Die PPL sind in zehn Abteilungen (Ortsgruppen) gegliedert. Sie wurden
1931 von Alexander Frick gegründet.
Luxemburg
Die luxemburgische Pfadfinderbewegung wird durch zwei Dachverbände
in den Weltorganisationen vertreten. WAGGGS-Mitglied ist das Bureau de
Liaison des Associations Guides du Luxembourg, dem die laïzistische
Association des Girl Guides Luxembourgeoises (AGGL) und die katholischen
Lëtzebuerger Guiden a Scouten (LGS) angeschlossen sind. Die Luxembourg
Boy Scout Association vertritt die laïzistische Fédération
Nationale des Eclaireurs et Eclaireuses du Luxembourg (FNEL) und die katholischen
LGS bei WOSM. Zusammengenommen haben alle drei Verbände etwa 7500
Mitglieder.
Auch in Luxemburg gibt es mehrere kleinerer Verbände, unter ihnen
auch die Royal Rangers.
Österreich
Der in Österreich von WAGGGS und WOSM anerkannte Verband heißt
Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs (PPÖ). Er hat circa
85.000 Mitglieder (Stand 2004). Die PPÖ gliedern sich in neun Landesverbände,
diese wiederum in Bezirke/Regionen/Kolonnen, denen die einzelnen Gruppen
angehören.
Neben den PPÖ existiert mit dem Österreichischen Pfadfinderbund
(ÖPB) ein zweiter landesweiter Pfadfinderverband mit etwa 3000 Mitgliedern.
Der ÖPB und die PPÖ haben 1995 einen Kooperationsvertrag vereinbart.
Außerdem existiert noch die Pfadfindergilde, der die Altpfadfinder
der PPÖ und des ÖPB angehören.
Daneben gibt es noch kleinere Pfadfinderverbände, zu denen die Katholische
Pfadfinderschaft Europas-Österreich, die Royal Rangers,
die CPA und die AP-Scouts und die Euro-Scouts gehören.
Schweiz
Der Verband der Pfadfinder und Pfadfinderinnen in der Schweiz heißt
Pfadibewegung Schweiz (PBS). Sie ist Mitglied von WOSM und WAGGGS. Die
PBS gliedert sich in 23 Kantonalverbände. Diese sind jeweils wieder
in Bezirke, Korps oder Regionen aufgeteilt, welche dann wiederum die rund
700 Abteilungen unter sich vereinen. Momentan hat die PBS rund 45.000
Mitglieder (Stand 2006) und ist die größte Kinder- und Jugendorganisation
der Schweiz.
Neben der PBS gibt es noch einige kleinere Gruppierungen, die nicht Mitglied
der zwei Weltverbände WAGGGS und WOSM sind. Zu ihnen gehören
die Schweizerische Pfadfinderschaft Europas/Scoutisme Européen
Suisse, der Feuerkreis Niklaus von Flüe, die Royal
Rangers oder der Pfadfinderbund Seeland.
Außerdem unterhalten einige ausländische Verbände wie
die Boy Scouts of America und verschiedene skandinavische Verbände
eigene Gruppen in der Schweiz.
Südtirol (Italien)
In Südtirol existiert mit der Südtiroler Pfadfinderschaft ein
deutschsprachiger Pfadfinderverband mit etwa 600 Mitgliedern, der sich
in seiner Arbeit an der DPSG orientiert. Er ist über die Associazione
Guide e Scouts Cattolici Italiani (AGESCI) Mitglied der Federazione Italiana
dello Scautismo (FIS) und damit von WOSM und WAGGGS. Zusätzlich unterhalten
auch AGESCI und der zweite Mitgliedsverband der FIS, das Corpo Nazionale
Giovani Esploratori ed Esploratrici Italiani (CNGEI), eigene italienischsprachige
Gruppen in Südtirol.
Symbole
Das Symbol der männlichen Pfadfinder ist die Lilie, graphisch wird
aber eigentlich eine Fleur-de-Lis verwendet, das der weiblichen ein Kleeblatt.
Die Lilie wird teilweise auch als geschlechterübergreifendes Symbol
für alle Pfadfinder verwendet.
Artikel Pfadfinder. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand:
2. Februar 2007, 17:54 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Pfadfinder&oldid=27276521
(Abgerufen: 5. Februar 2007, 09:08 UTC)
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